Prinz Charles wird Homöopathie-Schirmherr

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Prinz Charles wiederum hält davon nicht viel. Er setzt sich seit Jahrzehnten öffentlich für die Homöopathie ein und musste sich dafür schon einiges an Kritik gefallen lassen. Vor allem die eingehende Anamnese und ausführliche Beratung bei homöopathischen Ärzten lobte er in der Vergangenheit und kritisierte den übermäßigen Gebrauch von Antibiotika und anderen chemischen Arzneimitteln in seinem Land.

„Betrachtet man Prinz Charles‘ lange Liebesaffäre mit der Homöopathie, dann ist dieser Schritt nicht überraschend“, merkt Prof. Dr. Edzard Ernst an, Professor für Alternativ- und Komplementärmedizin und einer der profiliertesten Homöopathiegegner. „Die Frage ist eher, ob das irgendetwas an dem Niedergang der Homöopathie in diesem und einigen anderen Ländern ändert und ob das die Urteile von Dutzenden von unabhängigen Organisationen ändert, die in der jüngsten Vergangenheit bescheinigt haben, dass es sich um eine reine Placebo-Therapie handelt.“ Andernorts wird noch drastischere Kritik vorgetragen: Der Thronerbe zeige damit, „dass er keinen Respekt für die Wissenschaft hat“, schreibt die Medizinerin Dr. Leyla Sanai in einem Gastkommentar für den Spectator und geht noch einen Schritt weiter. Prinz Charles propagiere homöopathische Behandlungen, während seine „Untertanen“ im chronisch unterfinanzierten und unterbesetzten NHS oft monatelang auf „echte“ medizinische Behandlungen warten müssen. Das sei nichts anderes als Marie Antoinettes berüchtigter Satz „Dann sollen sie doch Kuchen essen“.

Das Königshaus wiederum verteidigt die Entscheidung seines Regenten in spe. Charles „glaubt daran, dass sichere und effektive Komplementärmedizin eine wichtige Rolle in Gesundheitssystemen spielen kann, solange diese Ansätze in konventionelle Therapien integriert werden“, so eine Sprecherin. Dabei handele es sich um „eine Haltung, zu der er nach jahrelangen Gesprächen mit Experten aus vielen verschiedenen Gebieten der Medizin gelangt ist“.

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