Großbritannien

Phoenix: Eine Zentralapotheke für alle Filialen Tobias Lau, 02.09.2019 15:19 Uhr

Es herrscht also Sparzwang im britischen Apothekenwesen. Und Phoenix will dem mit „Hub and Spoke“ Rechnung tragen: „Die Regierung hat den Apotheken das Geld zusammengestrichen, also müssen die Apotheker effizienter werden“, sagt der Unternehmenssprecher. „Hub and Spoke ist ein weitaus effizienterer Weg, die Lieferkette zu verwalten.“ Das sieht das Gesundheitsministerium genauso und fordert bereits 2016 die Einführung von Zentralapotheken. Gern würde Phoenix das Konzept auch auf die Mitglieder seiner Apothekenkooperation Numark ausweiten, doch bisher verbietet das das Gesetz. Demzufolge darf eine Zentralapotheke nur betreiben, wer sowohl den Hub (Deutsch: Nabe) als auch die Spokes (Deutsch: Speichen) besitzt. Wer einen Hub betreibt, darf mit diesem also keine inhabergeführten Apotheken beliefern.

Allerdings ist so ein Hub ist eine erhebliche Investition, die sich erst nach einer entsprechend hohen Zahl an Rezepten amortisiert. Für eine inhabergeführte Apotheke würde es sich nicht rentieren, dieses Geld in die Hand zu nehmen. „Deshalb würden wir das gern anbieten, können das aber nicht, weil es uns die Regierung verbietet“, so der Sprecher von Phoenix UK. „Das Gesetz wurde vor drei Jahren geschrieben – die Zeit ist aber seitdem nicht stehen geblieben.“

Gute Nachrichten für Phoenix: Die Regierung hat bereits angekündigt, das Gesetz dahingehend ändern zu wollen. Man brauche die Arbeitszeit der Apotheker in Beratung und Dienstleistung, neue Technologien wie Hubs seien bei der Rationalisierung der Arzneimittelversorgung unausweichlich, weshalb künftig auch inhabergeführte Apotheken mit Hubbetreibern zusammenarbeiten können sollen. Voraussichtlich wird es allerdings noch eine Weile dauern, bis die Gesetzesänderung Form annimmt – die britische Politik ist die nächsten Wochen und Monate auch im Gesundheitssektor voll damit beschäftigt, das Brexit-Chaos zu managen.

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