Gesundheitsskandal

Opioide: Hundere Briten in Klinik gestorben dpa, 21.06.2018 08:54 Uhr

Gosport - Gesundheitsskandal in England: Immer wieder gab es Beschwerden über eine Klinik, in der sich der Zustand vieler Senioren dramatisch verschlechterte – und viele starben. Eine Untersuchungskommission spürte nach eigenen Angaben nun den schockierenden Grund auf.

Bis zu 650 Patienten sind einer Untersuchung zufolge in einem britischen Krankenhaus wegen unnötig verabreichter Opioide gestorben – in einem Zeitraum von rund zehn Jahren. Der unabhängige Report prüfte die Verschreibungen des Gosport War Memorial Hospitals in der südenglischen Grafschaft Hampshire. Die Medikamente wurden etwa von 1989 bis 2000 ohne medizinische Rechtfertigung und in zu hohen Dosen verabreicht, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Report hervorgeht. Die Klinik äußerte sich zunächst nicht dazu.

Premierministerin Theresa May entschuldigte sich bei den Familien der meist betagten Opfer, dass sie so lange auf Antworten seitens des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS warten mussten. Gesundheitsminister Jeremy Hunt bezeichnete den Report im Parlament als schockierend. Polizei und Staatsanwaltschaft würden nun das Material sichten.

Bei 456 Patienten konnte dem Bericht zufolge ein Zusammenhang zwischen Opioiden und ihrem Tod nachgewiesen werden. Bei weiteren etwa 200 Fällen halten die Experten dies für wahrscheinlich – jedoch lagen bei diesen Patienten nicht alle Unterlagen vor.

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