Wettbewerbsbehörde

Frankreich: Versandhandel soll Apotheken retten Tobias Lau, 23.04.2019 14:38 Uhr

Denn obwohl der Online-Handel seit 2012 erlaubt ist, seien die Apotheken aufgrund enger regulatorischer Vorschriften nicht in der Lage, „sich zu entwickeln und mit ihren europäischen Kollegen zu konkurrieren“. Dies habe zu einer „Unterentwicklung des Online-Handels mit Arzneimitteln“ in Frankreich geführt, den die Autorité mit einem Vergleich illustriert: Nur 1 Prozent der OTC-Medikamente in Frankreich würden online verkauft, in Deutschland seien es hingegen 14 Prozent. Die Online-Versender in den Nachbarländern, speziell in Belgien, würden einen Vorteil aus der Situation in Frankreich ziehen.

Der Vertrieb per Website solle deshalb erleichtert werden, unter anderem dadurch, dass Arzneimittellager nicht mehr wie bisher eng an die Apotheke angebunden sein müssen. So könnten die Betriebe die für den Online-Versand notwendige Lagerfläche aufbauen. Außerdem denkt die Behörde an ein Plattform-Konzept: Es solle erlaubt werden, eine gemeinsame Website aufzubauen, an der alle Apotheken teilhaben und ihre Waren feilbieten können. Dass Zur Rose – bekanntlich kein französisches Unternehmen – erst vergangenen Monat mit Doctipharma eine ebensolche Plattform gekauft und so einen Fuß im französischen Markt hat, erwähnt die Behörde dabei nicht.

Ebenfalls zu einer Effizienzsteigerung würde es demnach beitragen, wenn nicht mehr wie bisher für je 1,3 Millionen Euro Umsatz ein stellvertretender Apotheker eingestellt werden muss. „Die Beschränkungen im Online-Versand von Arzneimitteln aufzuweichen würde es französischen Apotheken erlauben, in derselben Liga zu spielen wie europäische Webseiten“, so die Behörde.

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