Fentanyl für Todesspritzen – US-Experten warnen

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In den 31 US-Bundesstaaten mit Todesstrafe ist die Todesspritze seit Jahrzehnten die Exekutionsmethode der Wahl. Ebenso bei Todesurteilen, die im Namen der US-Regierung vollstreckt werden. Bei den insgesamt 1465 Hinrichtungen seit 1976, die das Informationszentrum zur Todesstrafe US-weit auflistet, starben 1290 Menschen durch Giftspritzen. Lange Zeit wurden dabei jedem Todeskandidaten drei Medikamente injiziert: Ein Narkosemittel, ein Muskel-lähmendes Präparat und eines, das zum Herzstillstand führt.

Doch die Todesstrafe ist in den USA zunehmend umstritten. 19 US-Staaten haben sie komplett abgeschafft, andere setzen sie seit Jahren aus. Und seit 2010 verschärft sich die Diskussion durch die zunehmende Medikamentenknappheit. Denn die Suche nach Alternativen, eine davon ist das Betäubungsmittel Midazolam, endete nicht selten in grausamen, langen Todeskämpfen. Und selbst die Midazolam-Bestände gehen nun zur Neige.

In Nebraska und Nevada will man deshalb künftig auf Fentanyl setzen. Das als starkes Schmerz- und Narkosemittel verbreitete synthetische Opioid wirkt 120 mal so stark wie Morphium – und ist in großen Mengen tödlich. Fentanyl ist im Übermaß vorhanden. „Wir haben es einfach über unseren Pharma-Großhandel bestellt, wie jedes andere Medikament, das wir brauchen, und es wurde geliefert“, schrieb eine Sprecherin der Justizvollzugsbehörde von Nevada der Washington Post in einer E-Mail.

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