Apotheker wollen Großhandel bändigen

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Weil sich bei solchen Tendenzen das Fremd- und Mehrbesitzverbot irgendwann nicht mehr verteidigen lässt, haben sich die Apotheker in Österreich zu einer Vorwärtsbewegung entschieden: Sie haben dem Ministerium vorgeschlagen, künftig die Beteiligung Dritter an Apotheken auf 49 Prozent zu beschränken. Die Einstiegsklausel soll komplett gestrichen werden. Außerdem wird vorgeschlagen, den Marktanteil für die Großhändler zu beschränken, beispielsweise nicht mehr als Beteiligungen an 3 Prozent aller Apotheken in Österreich pro Unternehmen zuzulassen.

„Der Berufstand als freier Beruf würde auf Dauer verschwinden, wenn die Entwicklung in diesem Tempo weiter geht“, sagt Verbandschef Jürgen Rehak. Und dann fügt er noch hinzu, dass der Großhandel nicht der Feind, sondern der Partner der Apotheken sei und dass man sich im engen Austausch befinde. Erfreut sind die im Branchenverband Phago zusammengeschlossenen Vollsortimenter über den Vorstoß freilich nicht; man könnte auch sagen, die Stimmung ist auf einem Tiefpunkt. Eine weitere Einschränkung hätte gravierende Folgen für die Arzneimittelversorgung, so das Argument der Großhändler.

Im März wird sich zeigen, wer die bessere Lobby hat. Dann, so rechnen die Apotheker, könnte das Ministerium signalisieren, wohin die Reise geht. Im Mai wird mit einem ersten Entwurf gerechnet. Zumindest europarechtlich dürfte es keine Probleme geben: Als die Liberalisierung des ungarischen Apothekenmarktes nach nur wenigen Jahren zurückgedreht wurde, leitete die EU-Kommission aufgrund einer Beschwerde von Phoenix 2014 ein Vertragsverletzungsverfahren ein. Doch das wurde 2017 eingestellt; seitdem muss sich der Konzern mit 49,9 Prozent zufrieden geben.

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