Tschechien

6 Tote nach Amoklauf an Krankenhaus dpa, 10.12.2019 15:59 Uhr

Die Hintergründe der Gewalttat in der Klinik, die nur Sekunden oder wenige Minuten gedauert haben soll, waren zunächst unklar. „Nach meinen Informationen wurde der Mann in dem Krankenhaus behandelt“, sagte Regierungschef Babis. Er gehe davon aus, dass es die Tat eines psychisch kranken Einzeltäters gewesen sei – und dass keine allgemeine Bedrohungslage in Tschechien vorliege. Der tschechische öffentlich-rechtliche Rundfunk zitierte den Arbeitgeber des 42-Jährigen mit den Worten: „Er hatte sich in den Kopf gesetzt, dass er schwer krank sei und ihn niemand heilen wolle.“

Seit einem Monat sei der Bautechniker nicht zur Arbeit erschienen, zuletzt sei er krankgeschrieben gewesen. Der rund 1,80 Meter große Mann soll nach Angaben der Polizei eine rot-schwarze Jacke getragen haben. Er sei wegen kleinerer Vermögensdelikte und einer gewaltsamen Auseinandersetzung vorbestraft gewesen. Die Tatwaffe war demnach eine halbautomatische Selbstladepistole CZ 75 im Kaliber 9 Millimeter. Das gleiche Modell hatte auch der Täter im tschechischen Uhersky Brod im Februar 2015 verwendet, als er acht Menschen und sich selbst erschoss.

Regierungschef Babis und Innenminister Jan Hamacek eilten an den Unglücksort. Letzter lobte die Arbeit der Einsatzkräfte. Der erste Streifenwagen sei innerhalb von drei Minuten vor Ort gewesen. In ganz Europa werde eine Debatte über die Absicherung sogenannter weicher Ziele geführt, was sehr schwierig und sehr kostenintensiv sei. Weiche Ziele sind Plätze öffentlichen Lebens, die nur schwer geschützt werden können. „Kontrollen wie auf dem Flughafen sind in Krankenhäusern nicht möglich“, sagte der Sozialdemokrat Hamacek.

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