Schuppenflechte: Kampf gegen die eigene Haut

, Uhr
Berlin -

Jedes Jahr findet am 29. Oktober der Welt-Psoriasis-Tag statt. Im Volksmund wird die Erkrankung aufgrund ihres typischen Erscheinungsbildes auch als Schuppenflechte bezeichnet. Noch immer gibt es zahlreiche Vorurteile, mit denen Betroffene konfrontiert werden. Außerdem müssen durch die Erkrankung einige Hürden im Alltag gemeistert werden.

Rund zwei Millionen Deutsche leiden unter den Symptomen der Schuppenflechte: Stark schuppende, rötlich-entzündete Hautstellen, die von silbrig-glänzenden Schuppen bedeckt und leicht erhaben sind. Meist sind sie rundlich und klar von der umliegenden Haut abgegrenzt. Besonders oft sind Ellbogen, Knie, der behaarte Kopf und die Haut hinter den Ohren befallen.

Mehr als nur raue Haut

Doch die Betroffenen leiden nicht nur unter dem äußeren Erscheinungsbild, welches häufig zu Ausgrenzung und Stigmatisierung führt. Denn die trockenen Stellen können vor allem an den Gelenken bei Bewegung aufplatzen und einreißen. Dies führt zu starken Schmerzen und öffnet zudem die Pforten für Krankheitserreger. Neben den Schmerzen lässt vor allem auch der starke Juckreiz die Psyche leiden. An Schlaf ist im Schub oftmals nicht zu denken: Jede Bewegung schmerzt und lässt neue Stellen jucken.

Köbner Phänomen: Trigger für neue Plaques

Oft kommt es bei Psoriatiker:innen durch kleinste Verletzungen im Alltag oder „Druckstellen“ und Reibung zur Entstehung von neuen Plaques: Schon das Aufliegen des Brillenbügels oder der Kontakt zum Hosenbund kann ebenso neue Stellen triggern wie das Tragen von Schmuck oder Hautschäden durch Sonnenbrand. Auch nach einem Schnitt oder einer Schürfwunde können neue Plaques entstehen. Die Rede ist dabei vom sogenannten „Köbner Phänomen“.

Camouflage: Tarnung für besondere Anlässe

Betroffene meiden oft auch im Sommer das Tragen von kurzer Kleidung. Zu besonderen Anlässen wie einer Hochzeit oder einem Vorstellungsgespräch möchten die meisten jedoch nicht auf das perfekte Outfit verzichten. Um die geröteten Stellen bestmöglich abzudecken, reichen einfache Make-ups oft nicht aus. Besser geeignet ist hier sogenanntes Camouflage-Make-up. Grundsätzlich muss auch hier zwischen verschiedenen Produkten ausprobiert werden, denn nicht jeder verträgt sie. Das Auftragen von Make-up kann die betroffenen Stellen zusätzlich reizen und zu Juckreiz führen. Daher sollte nur in Ausnahmefällen auf das Abdecken gesetzt werden.

Zum Abdecken müssen die betroffenen Stellen glatt und schuppenfrei sein – ansonsten hält das Make-up nicht und macht die tiefen Furchen unter Umständen nur noch sichtbarer. Es gilt also die Stellen bereits einige Tage zuvor intensiv zu pflegen, damit keine Schuppen aufliegen. Nach Auftragen des Camouflage-Make-ups sollte noch ein Fixierpuder darübergestäubt werden, damit die Textur möglichst lange hält und nicht glänzt. Viele Hersteller versprechen sogar, dass ihr Produkt wasserfest ist – somit steht auch dem Besuch im Schwimmbad oder der Sauna nichts im Wege.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema
Prämie und Tablet als Lockmittel
Covid-19: Ursapharm will Bromelain testen »
„Mehrere zehntausend Impfzertifikate pro Stunde“
DAV-Portal wegen Booster überlastet »
Mehr aus Ressort
Narbenbildung & Infektionen
Pickel ausdrücken – ja oder nein? »
Herausfordernde Wundbehandlung
Dekubitus-Beratung: Worauf kommt es an? »
Transplantate aus „Kaiserschnitt-Abfall“
Amnion-Membran verschließt chronische Wunden »

Downloadmaterial

Weiteres
Kriedel: „Er tritt die Motivationsbremse noch weiter durch“
Ärzte rechnen mit Spahn ab: „Grenze des Machbaren weit überschritten“»
„Versuchskaninchen im Gesundheitswesen“
E-Rezept: Ärzte wollen Einführung mit Petition stoppen»
Einführung trotz winziger Testzahlen
E-Rezept: BMG hält am 1. Januar fest»
Aktienrückkauf abgeschlossen
Roche und Novartis trennen sich»
Homöopathika-Hersteller zeigt Flagge
DHU wirbt für Covid-19-Impfung»