Pharmazeutisches Hyaluron: Natürliches Feuchtigkeitswunder

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Berlin -

Die Hyaluronsäure hat in den vergangenen Jahren in der Kosmetikindustrie zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die Besonderheit liegt in ihrer ausgeprägten Fähigkeit, Wasser zu binden: Daher wird sie nicht nur im Anti-Aging-Bereich eingesetzt, sondern kann auch junger Haut zu mehr Feuchtigkeit und einem frischeren Aussehen verhelfen.

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Bei der Hyaluronsäure handelt es sich um eine natürliche Substanz, die fast überall im Körper vorkommt. Ungefähr die Hälfte der körpereigenen Hyaluronsäure befindet sich in der Haut und dem Bindegewebe, doch auch in den Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern, im Knorpel, den Knochen und im Auge ist sie zu finden. 1934 wurde sie erstmals im Glaskörper eines Rinderauges identifiziert, die kosmetischen Wirkungen werden erst rund 50 Jahre später ermittelt.

Aufbau und Eigenschaften von Hyaluronsäure

Chemisch gesehen ist die Hyaluronsäure ein lineares Glykosaminoglykan, das aus Disaccharid-Einheiten von D-Glucuronsäure und N-Acetyl-D-Glucosamin aufgebaut ist. Insgesamt ergibt sich daraus eine Kettenstruktur aus 250 bis 50.000 Disacchariden. Spezielle Enzyme in der Zellmembran lassen die Ketten wachsen – die Hyaluron-Synthasen HAS1, HAS2 und HAS3. Für eine spätere Verteilung im gesamten Körper sorgen die sogenannten „ABC-Transporter“. Dabei handelt es sich um Proteine, die die Ketten aus der Zellmembran heraus in die Zellzwischenräume schleusen.

Die für kosmetische oder pharmazeutische Zwecke verwendete Hyaluronsäure kann aus Hahnenkämmen oder biotechnologisch durch Fermentation mit Bakterien gewonnen werden. Mittlerweile kommt vor allem letztere Variante zum Einsatz, da sie besser verträglich ist und die daraus gewonnene Substanz eine hohe Reinheit aufweist. Oft liegt Hyaluron in Form des Natriumsalzes vor: Natriumhyaluronat ist ein weißes, hygroskopisches Pulver, welches wenig wasserlöslich ist. Hyaluron ist außerdem widerstandsfähig gegen Druck. Daraus leiten sich auch die Eigenschaften der Hyaluronsäure ab.

Einsatz in Kosmetik und Pharmazie

Die Hauptaufgabe der Hyaluronsäure besteht darin, Feuchtigkeit zu speichern, da sie ein Vielfaches des eigenen Gewichts an Wasser binden kann. Dadurch hat sie volumengebende, straffende und glättende, aber auch regenerierende und wundheilungsfördernde Eigenschaften. Sie wird aufgrund ihrer Wirkungen vor allem im kosmetischen Bereich in Form von Cremes, Sera oder Gelen eingesetzt. Aber auch im pharmazeutischen und medizinischen Bereich findet die Substanz Anwendung: So werden beispielsweise Augentropfen zur Befeuchtung, aber auch Injektionen bei Arthrose mit Hyaluronsäure versetzt.

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