Gut für die Umwelt

Nachhaltige Kosmetik Alexandra Negt, 30.04.2020 14:24 Uhr

Vegane Kosmetik und naturzertifizierte Kosmetik

Damit Kunden Produkte, die vegan oder naturzertifiziert sind, leichter erkennen können, existieren einige Siegel, die Auskunft über die Herstellung geben. Zu den bekanntesten Siegeln gehört die Veganblume. Das Siegel wurde 1990 von der Vegan Society England eingeführt und wird in Deutschland von der Veganen Gesellschaft Österreich vergeben. Die Veganblume garantiert, dass ein Produkt zu 100 Prozent vegan ist. Weltweit gibt es bereits über 22000 Produkte, die mit diesem Siegel zertifiziert wurden. Auch bekannt: Das Siegel „Hase mit der schützenden Hand“. Es wird vom Internationalen Herstellerverband gegen Tierversuche in der Kosmetik vergeben und wurde 1979 eingeführt. Dieses Siegel wurde extra für die Kosmetikindustrie erschaffen. Produkte, die dieses Siegel tragen, produzieren ganzheitlich nach den strengen Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes. Grundvoraussetzung ist eine Produktion ohne Tierversuche.

Palmöl und Parabene

In Kosmetika sollte Palmöl gemieden werden. Zwar ist es gesundheitlich nicht bedenklich, jedoch werden zum Teil große Flächen Regenwald für die Gewinnung dieses Öls gerodet. Für die Pflege der Haut können andere Öle verwendet werden. Geeignete Alternativen sind Olivenöl, Hanföl, Mandelöl oder Arganöl. Enthält ein Produkt Palmöl, so sollte man darauf achten, dass es aus nachhaltigem Anbau stammt. Bei dem bekannten Inhaltsstoff Glycerin handelt es sich um ein Palmölderivat. Weitere Bezeichnungen, die auf enthaltenes Palmöl im Produkt hinweisen, sind unter anderem: Cetearyl Stearyl Alcohol, Cetyl- und Ethyl-Palmitate, Magnesium Stearate, Natriumlaurylsulfat, Palmitate und Palmitinsäure, PEG-100 Stearate, Stearinsäure und Zink Stearate.

Parabene werden als Konservierungsstoff in Kosmetika eingesetzt. Ihr Einsatz ist umstritten, da diverse Studien eine gesundheitsschädliche Wirkung nahelegen. Parabene sind Salze und Ester der para-Hydroxybenzoesäure. Der Stoff verfügt über eine antibakterielle Wirkung und sorgt dadurch für eine lange Haltbarkeit von Kosmetika – auch nach dem Öffnen. Folgende INCI-Bezeichnungen stehen für enthaltene Parabene: Methylparaben, Ethylparabene, Benzylparabene, Butylparabene, Propylparabene, Isopropylparabene, Isobutylparabene und viele andere mehr. Parabene stehen im Verdacht das menschliche Hormonsystem zu beeinflussen. Des weiteren wird eine schädliche Wirkung auf die Fortpflanzung diskutiert. Noch liegen keine Langzeitstudien am Menschen vor.

Mikroplastik

Plastik an sich ist schon ein großes Umweltproblem. Zum einen basiert dieses Material meist auf dem Rohstoff Erdöl, zum anderen ist Plastik kaum oder gar nicht biologisch abbaubar. In welchen Mengen Plastikmüll in die Umwelt gelangt, ist kaum abschätzbar. Auch modernste Kläranlagen können Mikroplastik aktuell nicht vollständig aus dem Abwasser herausfiltern. An den Plastikteilchen können sich hochgiftige Schadstoffe wie Pestizide anlagern. Mikroplastik kann als „Nahrung“ wiederrum in Tiere gelangen – Fische sind hier das populärste Beispiel. Über die Nahrungskette gelangt dieses Material dann irgendwann auch in den Menschen. Mikroplastik ist nicht eindeutig auf Kosmetika deklariert – hinter folgenden Bezeichnungen verbirgt sich beispielsweise das Material: Acrylate Copolymer (AC), Acrylate Crosspolymer (ACS), Polyamide (PA, Nylon-6, Nylon-12), Polyacrylate (PA), Polymethylmethacrylate (PMMA), Polyethylene (PE), Polyethylenterephthalate (PET), Polypropylene (PP), Polyquaternium (PQ), Polystyrene (PS) und Polyurethane (PUR).

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