Anti-Aging, Akne & Pigmentflecken

Fruchtsäuren: Dos and Don'ts für den AHA-Effekt Cynthia Möthrath, 21.05.2021 14:45 Uhr

  • Alleskönner AHA: Bei der Anwendung gibt es jedoch einiges zu beachten. Foto: Ekaterina Jurkova/shutterstock.com

Berlin - Fruchtsäuren sind vielseitig einsetzbar: Sie gelten als Verjüngungsmittel für reife Haut, sollen jedoch auch bei Akne für ein reines Hautbild sorgen. Außerdem soll die Anwendung bei Pigmentflecken helfen können. Doch der AHA-Effekt ist nicht für jeden geeignet und es gibt einiges zu beachten – daher sollte bei der Auswahl des richtigen Produktes eine ausführliche Beratung erfolgen.

Häufig werden Fruchtsäuren – die sogenannten Alpha-Hydroxy-Acids (AHA) – vor allem in Zusammenhang mit chemischen Peelings oder Produkten zur Gesichtsreinigung erwähnt. Mittlerweile kommen sie jedoch auch in Leave-on-Produkten wie Cremes zum Einsatz.

Die Wirkung der Fruchtsäuren ist vielseitig: Sie führen zu einer Denaturierung der Haut-Eiweiße, außerdem werden Verklebungen zwischen den Hornlamellen gelöst und es kommt zu keratolytischen Effekten. Daher sind sie unter anderem zur Behandlung von unreiner Haut und Akne geeignet und sollen auch bei Akne-Narben helfen können.

Doch auch im Anti-Age-Bereich ist ihr Einsatz sinnvoll, denn bei regelmäßiger Anwendung erscheint die Haut durch das Abtragen der obersten Hautschüppchen glatter und feiner. Außerdem wird die Hydratisierung der Haut verbessert und weitere Inhaltsstoffe dringen besser in die Haut ein. Je nach Höhe der Konzentration können Fruchtsäuren außerdem die Zellteilung, sowie die Produktion von Kollagen und Glykosaminglykanen anregen. Auf Pigmentflecken sollen sie aufhellend wirken.

Auf die Konzentration kommt es an

Wichtig ist jedoch auf die Konzentration der Säuren zu achten – im Kosmetikbereich dürfen nur Produkte verwendet werden, die einen Säuregehalt bis maximal 20 Prozent aufweisen. Die meisten liegen jedoch deutlich niedriger bei rund 10 Prozent. Je höher die Konzentration, umso intensiver die Wirkung. Hochdosierte Fruchtsäure-Anwendungen dürfen nur von Dermatolog:innen oder speziell ausgebildeten Kosmetiker:innen durchgeführt werden.

Wichtig ist zudem der pH-Wert der Formulierung, denn er entscheidet über die Wirkung der Fruchtsäuren: Je saurer der pH-Wert, umso besser ist die Wirkung der AHAs – denn dann liegen sie protoniert vor. Bei höherem pH-Wert können sie hingegen schlechter in der Haut eindringen. Ideal ist ein pH-Wert von etwa vier, um eine ideale Wirkung zu erreichen. Bei pH-Werten über sechs bleibt lediglich der feuchtigkeitsspendende Effekt erhalten.

Achtung, Reizung!

Doch ein niedriger pH-Wert erhöht gleichzeitig das Risiko für Irritationen und Reizungen. Diese können sich in Brennen, Hautrötungen oder starken Spannungsgefühlen bemerkbar machen und für die Anwender:innen sehr unangenehm sein. Oft werden daher verschiedene AHAs in niedriger Dosierung miteinander kombiniert, oder pflegende und hautberuhigende Inhaltsstoffe zugesetzt. Ein leichtes Kribbeln nach der Anwendung ist hingegen normal und völlig harmlos. Meist lässt es nach wenigen Minuten nach und führt nicht zu weiteren Beschwerden.

Bei falscher Anwendung droht die Haut Schaden zu nehmen. Deshalb sollten Fruchtsäuren auch nicht bei empfindlicher oder geschädigter Haut verwendet werden. Gleiches gilt für Couperose, da die Durchblutung der Haut durch die AHAs verstärkt wird. Außerdem sollte bei einer Medikation, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht, auf eine gleichzeitige Anwendung von AHAs verzichtet werden – beispielsweise bei Isotretinoin- oder Tetrazyclin-Behandlung.

Wichtig ist in jedem Fall, einen möglichst hohen Sonnenschutz zu verwenden, da sich die Hornschicht bei regelmäßiger Anwendung verdünnt und die Haut insgesamt empfindlicher gegenüber Sonnenlicht wird. Auf direkte UV-Strahlung sollte daher bestenfalls verzichtet werden.