Eingerissene Mundwinkel: Wenn das Lächeln zur Qual wird | APOTHEKE ADHOC
Mundwinkelrhagaden

Eingerissene Mundwinkel: Wenn das Lächeln zur Qual wird

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Berlin -

Eingerissene Mundwinkel sind ein schmerzhaftes Problem, welches nicht nur in der kalten Jahreszeit auftritt. Durch alltägliche Belastungen kommt es zu einer schlechten Wundheilung der Risse. Oft steckt weitaus mehr dahinter als „nur“ ein kosmetisches Problem: Denn die Ursachen sind vielfältig und sollten abgeklärt werden, um ein wiederholtes Auftreten zu vermeiden.

Oft werden Mundwinkelrhagaden als ein harmloses Begleitsymptom trockener Lippen abgetan. In vielen Fällen steckt jedoch weitaus mehr dahinter: Denn als Ursache kommen beispielsweise verschiedene Mineralstoffmangel in Frage. Auch Hauterkrankungen, Infektionen mit Viren oder Pilzen, Zahnprobleme oder Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus können zugrunde liegen. Bei wiederholtem Auftreten lohnt sich daher ein Blick „hinter die Kulissen“.

Die eingerissenen Mundwinkel machen sich klassischerweise durch Risse an den Seiten der Lippen bemerkbar. Oft entstehen sie auch schlichtweg durch akute Überbelastung in Kombination mit mangelnder Pflege: Durch Heizungsluft, aber auch Klimaanlagen, wird die Luft trockener. Bei einer zu geringen Trinkmenge können die Lippen dann leicht aufspringen, da sie – im Gegensatz zur übrigen Haut – nicht über Schweiß- und Talgdrüsen verfügen.

Alltag erschwert die Wundheilung

Oft haben Betroffene den Reflex sich über die Lippen zu lecken, um diese zu befeuchten. Das jedoch verschlimmert die Symptomatik noch weiter. Im Verlauf kommt es meist zum Nässen der Mundwinkel, später bilden sich Krusten, die durch Sprechen, Lachen, Gähnen oder Nahrungsaufnahme immer wieder einreißen können. Oft tut jeder Kontakt weh, selbst Speichel kann die angegriffene, sensible Haut weiter reizen.

Durch die ständige Bewegung der Mundwinkel im Alltag können Mundwinkelrhagaden oft nur schwer abheilen. Der Heilungsprozess kann daher langwierig sein. Die offenen Stellen bieten zudem eine ideale Eintrittspforte für Keime: Viren, Bakterien oder Pilze haben leichtes Spiel und können zu Infektionen führen. So kann sich zu den Mundwinkelrhagaden beispielsweise eine Candida- oder Herpesinfektion gesellen, die das Abheilen weiter hinauszögert. Andersrum können auch derartige Infektionen die Entstehung von Mundwinkelrhagaden begünstigen.

Lippenpflege, Hausmittel und Mineralstoff-Check

Es gilt daher rechtzeitig zu handeln und bereits bei ersten Beschwerden eine intensive Pflege einzuleiten: Die Lippen sollten mit rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Produkten behandelt werden, um die dünne Haut elastisch zu halten. Gut geeignet sind Inhaltsstoffe wie Glycerin, Aloe Vera, Dexpanthenol, Kokosöl, Bienenwachs oder Sheabutter.

Gleichzeitig sollten die Mundwinkel – abseits vom Pflegeprodukt – trocken gehalten werden: Nach dem Trinken kann ein vorsichtiges Abtupfen helfen, keinesfalls sollte sich Speichel in den Ecken ansammeln und ein Keimwachstum begünstigen.

Auch Hausmittel können helfen, als Geheimtipp gilt beispielsweise Honig: Er wirkt besonders pflegend und entzündungshemmend – der Drang zum Ablecken ist hier jedoch besonders hoch. Ein Aufguss mit Kamillenblüten wirkt wundheilungsfördernd und entzündungshemmend. Am besten sollte er lauwarm und in Form einer Kompresse verwendet werden. Gut geeignet sind auch Auszüge aus anderen Arzneipflanzen wie Melisse oder Salbei, die gleichzeitig das Infektionsrisiko senken können.

Oft steckt hinter den schmerzhaften Rissen jedoch auch ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel: Betroffene Frauen weisen häufig einen Eisenmangel auf, weshalb sich eine Blutuntersuchung anbietet. Aber auch ein zu niedriger Vitamin-B- oder Zinkspiegel kommt als Ursache in Frage. Daher kann eine gezielte Substitution sowohl im Akutfall wie auch vorbeugend sinnvoll sein.

 

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