Hautpflege bei bestimmter Medikation

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Berlin - Die Haut eines jeden Menschen ist unterschiedlich, so haben manche eine besonders empfindliche und andere eine besonders trockene Haut. Bei bestehender Dauermedikation kann sich die Haut verändern und braucht eine andere Pflege als bisher. Um Trockenheit, Infektionen oder Juckreiz zuvorzukommen, können sich Apotheker und PTA innerhalb der Beratung über die bisherige Pflegeroutine informieren und gegebenenfalls Produktempfehlungen aussprechen.

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Die Bedürfnisse unseres größten Organs ändern sich mit dem Alter und den Umständen. Die Beschaffenheit sagt viel über den Allgemeinzustand aus. So kann sich die Haut auch durch die Einnahme von Medikamenten verändern. Oftmals greifen die Betroffenen dann zu den falschen Pflegeprodukten. Nicht immer lassen sich Pickel, Mitesser & Co. erfolgreich mit klärenden und austrocknenden Präparaten bekämpfen. Weniger ist oftmals mehr.

Isotretinoin – Angriff auf die Talgdrüsen

Das Retinoid kann im Einzelfall bei schweren Akne-Verläufen verschrieben werden und soll die Haut von Pickeln und Entzündungen befreien. Unter der Anwendung kommt es zu einem regelrechten Austrocknen der Haut. Nicht selten reißen die Mundwinkel tief ein und die Patienten müssen zusätzlich befeuchtende Augentropfen anwenden, da auch die die Produktion des Tränenfilmes massiv eingeschränkt wird. Patienten sollten zusammen mit dem Arzt oder Apotheker ein angemessenes Pflegemanagement erarbeiten. Neben einer feuchtigkeitsspendenden Basispflege mit möglichst wenig Zusatzstoffen sollten Anwender von Isotretinoin darauf hingewiesen werden, dass der Einsatz von austrocknenden Reinigungsprodukten unterlassen werden sollte. Das bedeutet, dass keine Produkte für unreine Haut angewendet werden sollten – da sie das Gesicht zusätzlich ausgetrocknet würden. Besser: Eine sanfte, seifenfreie Reinigung, die Verwendung von Mizellenwasser oder Gesichtsmilch zur Entfernung von Make-Up und eine beruhigende Basispflege. Zur Pflege der Augenlider sollte auf Produkte ohne sogenannte Kriechöle zurückgegriffen werden. Unter einer Isotretinoin-Therapie sollte intensive Sonnenstrahlung vermieden werden. Die Haut sollte auch für kurze Spaziergänge & Co. mit einem hohen Lichtschutzfaktor geschützt werden.

MTX – häufig nicht als Zytostatikum wahrgenommen

MTX ist ein Immunsuppressivum und Zytostatikum aus der Gruppe der Folsäureantagonisten. Der Wirkstoff hemmt vor allem die Vermehrung von sich schnell teilenden Zellen und wird unter anderem bei Multipler Sklerose, Psoriasis, Morbus Crohn und Lupus eingesetzt. Aufgrund des Wirkmechanismus kommt es zu dermalen Nebenwirkungen wie Ausschlag, Juckreiz und Trockenheit. Wichtig für die Empfehlung einer geeigneten Pflege: Die Grunderkrankung.

Bei einer vorliegenden Psoriasis Arthritis benötigt die Haut des Patienten generell eine angepasste Pflege. Als Basistherapie kommen duft- und farbstofffreie Formulierungen mit natürlichen Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff in die engere Auswahl. Viele Patienten vertragen pflanzliche Öle gut. Neben Olivenöl werden häufig auch Mandel- oder Jojobaöl verarbeitet. Bei stärkerer Verschuppung kann eine keratolytisch wirksame Creme mit Salicylsäure empfohlen werden. Wichtig: Salicylsäure sowie auch Harnstoff können nur auf intakter Haut angewendet werden. Bei Rissen kommt es zu Brennen und Schmerzen. Bei stärkeren Entzündungen können Kortisonsalben angewendet werden. Innerhalb der Rezeptur werden bei schwer kontrollierbaren Hautausschlägen Substanzen wie Dithranol, Steinkohlenteer und Tacrolimus (Off-Label-Use) eingesetzt.

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