Stärkung der Hautbarriere

Ectoin: Wasserspeicherwunder aus Bakterien

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Berlin -

Wenn es um die Pflege empfindlicher oder allergischer Haut geht, ist Ectoin ein wahrer Alleskönner: In den vergangenen Jahren gewann es immer mehr an Bedeutung. Doch was ist Ectoin, wie wird es gewonnen und was kann es?

Extrem-Schutz für Bakterien

Bei Ectoin handelt es sich um eine natürlich vorkommende Substanz: Sie wird von den sogenannten extremophilen Bakterien gebildet. Diese schaffen sich so eine schützende Hülle an, die sie vor Umwelteinflüssen bewahrt und somit ein Leben in extremem Umfeld ermöglicht – ohne diese Hülle sterben die Bakterien ab. Extremophile Bakterien leben beispielsweise in Geysiren, Wüsten, Eis oder Salzseen.

Ectoin wirkt hydratisierend und bildet eine Wasserschicht um die Bakterien. Dadurch werden sie vor UV-Strahlung, extremen Temperaturschwankungen, Austrocknung und hohen Salz- oder Säurekonzentrationen geschützt. Der Wasserfilm ist luftdurchlässig und sehr stabil, da Ectoin die Wechselwirkungen zwischen den Wassermolekülen verstärkt – es entsteht ein engmaschiges Netz zwischen dem Wirkstoff und den umliegenden Proteinen und Zellmembranen.

Gewinnung durch „Bakterien-Melkung“

Ectoin wird im Gegensatz zu vielen anderen Wirkstoffen nicht künstlich, sondern direkt aus den Bakterien gewonnen. Dazu werden die Bakterien „gemolken“: Sie werden einer Extrembedingung, meistens hoher Salzkonzentration, ausgesetzt. Dabei füllen sie sich mit Ectoin, welches sie vor der hohen Salzkonzentration schützt. Anschließend werden die Bakterien mit einer salzfreien Lösung gewaschen: So wird das gespeicherte Ectoin freigesetzt und kann extrahiert werden.

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