Übertragungswege

Verbreitung von Krankheitserregern

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Berlin -

Vor allem im Winter breiten sich Erkältungsviren schnell aus: Dazu nutzen sie verschiedene Übertragungswege. Um sich vor einer Infektion zu schützen, muss man verstehen, wie die Erreger übertragen werden und schließlich in den Körper gelangen.

Für eine Erkältung und ihre Symptome können verschiedene Viren in Frage kommen – genau genommen mehr als 200. Jeden Tag ist man mit verschiedenen Krankheitserregern in Kontakt. Ob sie tatsächlich zu einem Krankheitsausbruch führen, ist von der aufgenommenen Menge der Viren und von der jeweiligen Person abhängig. Denn das Immunsystem kann viele Krankheitserreger, denen wir täglich ausgesetzt sind, erfolgreich abwehren, ohne dass es zu Symptomen kommt. Beim Eintreten von Erregern wird es erst richtig aktiv. Ein besonders hohes Infektionsrisiko haben Kinder und chronisch kranke Menschen.

Die Erreger können verschiedene Eintrittspforten nutzen: Sowohl über die Nase wie auch den Mund können sie in den Körper gelangen. Normalerweise sorgt die Schleimhaut in der Nase und auf den Atemwegen für eine gesunde Abwehr: Krankheitserreger werden mithilfe von kleinen Flimmerhärchen abgefangen, außerdem sorgt das Sekret für einen Abtransport der Viren. Trocknen die Schleimhäute jedoch aus, wie es im Winter häufig der Fall ist, können sie ihre Abwehrfunktion nicht mehr erfüllen: Heizungsluft und Kälte sorgen jedoch nicht nur für ein Austrocknen der Schleimhäute, sondern auch für eine verminderte Durchblutung: Dies hat zur Folge, dass in der Schleimhaut weniger Abwehrzellen aktiv sind, um die Eindringlinge abzuwehren.

Schließlich gelangen die Viren über verschiedene Übertragungswege in den Körper. Besonders häufig werden sie durch eine Tröpfcheninfektion weitergegeben. Nicht nur Erkältungen, sondern auch die echte Grippe wird auf diese Art übertragen. Beim Niesen oder Husten katapultiert der Körper das infektiöse Sekret in Form von winzigen Speicheltröpfchen aus dem Körper heraus in die Luft. Die kleinsten Viruspartikel schweben dann in der Raumluft umher und können von anderen Personen eingeatmet werden und sich auf die Schleimhäute setzen.

Auch bakterielle Erkrankungen wie Scharlach oder Meningokokken-Infektionen werden so übertragen. Entscheidend für die Verweildauer in der Luft ist die Größe der Tröpfchen: Große Partikel mit einer Größe von mehr als 5 µm werden nicht so weit geschleudert und verbleiben nicht so lange in der Umgebung wie kleine Tröpfchen. Sie sinken zwar schneller zu Boden, können jedoch an Gegenständen haften bleiben.

Auf diese Weise können die Viren auch über eine Schmierinfektion übertragen werden. Sie werden dann nicht direkt von Mensch zu Mensch, sondern indirekt über eine Kette von Berührungen übertragen: Türklinken, Handläufe oder Haltegriffe können mit Krankheitserregern belastet sein. Von dort aus gelangen sie auf die Hände, über die sie dann schließlich ins Gesicht und in die Nase oder den Mund gelangen. Auch ein unvorsichtiger Umgang mit Erkrankten kann zu einer Schmierinfektion führen: Beim Husten oder Niesen in die Hand können die Erreger ebenso weitergereicht werden wie über Gegenstände.

Nicht nur Erkältungsviren können über diesen Weg verbreitet werden, auch bei Magen-Darm-Infektionen spielt dieser Übertragungsweg eine zentrale Rolle. Denn kleinste infektiöse Stuhlreste oder Partikel von Erbrochenem können so auf Oberflächen haften und sich weiterverbreiten: Dieser Übertragungsweg wird auch als fäkal-oral bezeichnet. Weitere mögliche Schmierinfektionen sind Windpocken, Herpes oder eine Bindehautentzündung. Gründliches Händewaschen ist ein wirksamer und einfacher Schutz, um einer Kontaktinfektion vorzubeugen.

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