Komplexe Atemwegsinfekte

Tracheobronchitis & Sinubronchitis: Wenn die Bronchitis aufsteigt

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Berlin -

Während einer Erkältung kann es zu einer Verlagerung des Infektes kommen: Die Erreger können sich beispielsweise vom Nasenrachenraum auf die Luftröhre oder die Bronchien ausbreiten, wie es bei der Tracheobronchitis oder der Sinubronchitis der Fall ist. Ein solcher Etagenwechsel kann die Dauer der Erkältung in die Länge ziehen und komplexe Beschwerden verursachen.

Eine solche Verlagerung ist nur möglich, da die gesamten Atemwege anatomisch und funktionell miteinander verbunden sind: Die Infektion verlagert sich von den oberen Atemwegen auf die unteren Atemwege oder umgekehrt und sorgt dort für Beschwerden. Meist siedeln sich die Erreger zunächst im Nasenrachenraum an und befallen die dortigen Schleimhäute. Durch den Etagenwechsel breiten sie sich manchmal auf die Luftröhre und die Bronchien aus – es entsteht eine Tracheobronchitis.

Die Symptome ähneln denen einer normalen Bronchitis: Es kommt zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl mit Kopf- und Gliederschmerzen und leichtem Fieber. Charakteristisch ist der zunächst trockene Husten, der im Verlauf der Erkrankung produktiv wird. Meist dauert eine Tracheobronchitis fünf bis zehn Tage, der Husten kann jedoch noch einige Wochen anhalten und wieder trocken werden.

Oft ging einer Tracheobronchitis ein Schnupfen voraus: Dann plagen die Betroffenen zusätzlich die typischen Leitsymptome einer Sinusitis: Eine verstopfte Nase, eingeschränkter Geruchssinn und Druckschmerzen im Gesicht sind keine Seltenheit. Sind sowohl Bronchien wie auch Nasennebenhöhlen betroffen, spricht man von einer Sinubronchitis oder auch dem sinubronchialen Syndrom. Ursache ist auch hier der mögliche Etagenwechsel zwischen den oberen und unteren Atemwegen.

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