Sonne: Wundermittel bei Erkältung?

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Berlin - „Wenn du krank bist, solltest du mindestens einmal kurz am Tag rausgehen!“ Diesen Satz haben viele noch aus ihrer Kindheit in den Ohren. Die Sonne wird als Stärkungsmittel angepriesen, während der Körper mit Kopfschmerzen und Erschöpfung zu kämpfen hat. Doch ist was dran an der Weisheit aus der Kindheit?

Regelmäßige Bewegung und vor allem Sport können dazu beitragen, dass das körpereigene Immunsystem gestärkt und häufig wiederkehrenden Infekte vermieden werden. Liegt eine Erkältung vor, so ist Sport hingegen tabu. Dann sollten selbst Spaziergänge so ausgeübt werden, dass der Körper nicht in Anstrengung verfällt. Denn der Organismus befindet sich schon in einer Stresssituation – Sport würde die Immunabwehr gegen den eigentlich grassierenden Erreger absenken.

Spaziergänge an sich sind also etwas Positives. Die leichte Bewegung bringt den Kreislauf moderat in Schwung. Doch es gibt Einschränkungen: Je tiefer die Temperaturen, desto eher verschlimmern sich Symptome wie Husten oder trockene Schleimhäute. Hat der/die Betroffene Fieber, so sollte ein Gang an die frische Luft sorgfältig abgewogen werden. Wird die hohe Temperatur bereits als anstrengend empfunden, gilt Bettruhe. Wer sich für einen Spaziergang entscheidet, der sollte im Tageslicht rausgehen. Die Sonne unterstützt die Vitamin-D-Bildung und sorgt bei vielen Menschen für gute Stimmung. Doch übertreiben sollte man es mit der UV-Einstrahlung nicht – das gilt besonders für diejenigen, die eine Sommergrippe ausbrüten.

Denn UV-Licht kann das Immunsystem zusätzlich schwächen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) informiert darüber, dass eine solche Immunsuppression durch UV-Strahlung kann den ganzen Körper betreffen kann – die Erkältung kann sich wieder verschlechtern oder die Genesungszeit kann sich verlängern. Die Reaktionen, die in der Haut nach Sonneneinstrahlung ablaufen und zu einem geschwächten Immunsystem führen, sind komplex. Es sind verschiedene Hautzelltypen und Botenstoffe beteiligt.

Längere Sonnenbäder oder ein zu langer Aufenthalt im Freien sollten also auch an den Tagen der Erkältung vermieden werden, an denen man sich bereits fitter fühlt. Der Infekt sollte vor dem ersten Sonnenbad komplett ausgeheilt sein. Ansonsten kann es zur oben genannten Immunsuppression kommen. Diese kann sich, außer in einem allgemein verschlechterten Zustand, beispielsweise in Herpes Simplex zeigen. Auch beim Thema Hautkrebs gilt Vorsicht: Ein gesundes Immunsystem entfernt Zellen, die potenziell zu Krebszellen entarten könnten. „Die Immunsuppression durch UV-Strahlung wird daher als ein weiterer Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs diskutiert“, schreibt das BfS.

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