Nach der Erkältung folgt die Sucht

Nasenspray-Abhängigkeit: Unterschätzte Gefahr

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Berlin -

Häufig beginnt es nach einer heftigen Erkältung: Die Nase will ohne abschwellendes Nasenspray einfach nicht mehr frei werden. Bei vielen Anwendern ist der Gebrauch schon zur Regelmäßigkeit geworden – der Grund ist eine Abhängigkeit. Mit Konsequenz und Durchhaltevermögen kann der Gewöhnungseffekt jedoch wieder rückgängig gemacht werden.

Verantwortlich für eine Abhängigkeit sind die Wirkstoffe Xylometazolin und Oxymetazolin. Beide zählen zu den Sympathomimetika: Sie wirken gefäßverengend und lassen die Nasenschleimhäute durch Einfluss auf die Alpha-Adrenozeptoren abschwellen. Dadurch wird die Nase frei und das Durchatmen erleichtert. Während einer Erkältung sind abschwellende Nasensprays daher oft hilfreich.

Wird die maximale Anwendungsdauer jedoch überschritten, kann es schnell zu einer Abhängigkeit kommen. Bereits nach nur zehn Tagen kontinuierlichen Gebrauchs kann die Nasenschleimhaut dauerhaft anschwellen. Ursache kann der Rebound-Effekt durch die Stimulation der Beta-Rezeptoren sein, die einen gefäßerweiternden Effekt hervorrufen. Diskutiert wird ebenfalls eine Gewöhnung durch Überstimulation der Alpha-Rezeptoren. Die Atmung wird durch das Anschwellen folglich erschwert und man hat das Gefühl, die Nase sei verstopft. Daher wird erneut zum Nasenspray gegriffen – es entsteht ein Teufelskreis.

Auf Dauer trocknen die Nasenschleimhäute immer weiter aus, sie können blutig und rissig werden: Es entsteht eine Rhinitis medicamentosa. Um aus dem Teufelskreis zu gelangen, braucht es ein hohes Maß an Konsequenz. Verschiedene Möglichkeiten kommen für einen „Entzug“ in Frage. Besonders radikal ist die Methode des kalten Absetzens: Das Nasenspray wird bei dieser Methode direkt komplett weggelassen. Während der nächsten zwei bis drei Wochen ist der Leidensdruck durch die verstopfte Nase jedoch meist sehr hoch. Daher werden solche Versuche häufig abgebrochen.

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