Leitlinien: Empfehlungen zur Therapie

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Berlin - Ein wichtiges Werkzeug für Ärzte und Angehörige medizinischer Berufe sind die sogenannten Leitlinien. Die festgehaltenen Daten aus Studien und Untersuchungen geben Empfehlungen für Diagnose und Therapie. Doch wie entstehen diese Leitlinien und wer ist daran beteiligt?

In Deutschland ist die die Arbeitsgemeinschaft für medizinische Fachgesellschaften (AWMF) die wohl bekannteste Plattform für die Erstellung und Publikation von Leitlinien. International bietet das Guidelines International Network eine umfangreiche Leitlinien-Datenbank für den internationalen Raum. Die Erstellung von Leitlinien erfolgt immer von den jeweiligen Fachgesellschaften mit entsprechenden Vertretern aus den verschiedensten Gesundheitsberufen.

Leitlinien bieten nicht nur Ärzten wichtige Entscheidungshilfen, sondern auch den Apothekern und PTA bei der Beratung und Empfehlung in der Offizin: Sie geben den aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse und in der Praxis bewährter Verfahren wieder, und bieten eine Orientierung für die pharmazeutische Versorgung. Anders als Richtlinien sind Leitlinien nicht rechtlich verbindlich. Medizinisches Personal kann bei begründeten Bedenken von den Empfehlungen bei der Therapie abweichen. Oftmals enthalten die Leitlinien zu verschiedenen Indikationen eine Vielzahl möglicher Wirkstoffe, die bei der jeweiligen Indikation eingesetzt werden können.

Die Leitlinien der AWMF werden in vier Klassen eingeteilt:

  • S1-Leitlinie: Handlungsempfehlungen von Expertengruppen: Konsensfindung in einem informellen Verfahren
  • S2k-Leitlinie: Konsensbasierte Leitlinie: Erstellung durch eine für das Fachgebiet repräsentative Kommission. Die Empfehlungen werden nach einer strukturierten Konsensfindung gegeben.
  • S2e-Leitlinie: Evidenzbasierte Leitlinie: Systematisches Zusammentragen und Bewerten der Informationen durch die Leitlinien-Kommission.
  • S3-Leitlinie: Evidenz- und konsensbasierte Leitlinien: Die Kommission ist repräsentativ besetzt, das Wissen wird systematisch gesammelt und bewertet. Geregeltes Verfahren, um bei verschiedenen Einschätzungen innerhalb der Kommission zu einer einheitlichen Empfehlung zu kommen. Die Entwicklung kann mehrere Jahre dauern. Ergänzend zu S3-Leitlinien werden normalerweise auch Patienten-Leitlinien erstellt.

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