Erkältungskrankheiten

Husten: Wieso, weshalb, warum?

, Uhr
Berlin -

Vor allem zur kalten Jahreszeit klagen viele über Husten. Doch Husten ist nicht gleich Husten. Bellend, schmerzhaft, rasselnd, mit oder ohne Auswurf, ganztägig auftretend oder nur zu bestimmten Tageszeiten – es gibt viele verschiedene Arten von Husten und nicht immer ist ein Infekt die Ursache.

Mediziner unterscheiden nach Dauer zwischen akutem oder chronischem Husten. Ein akuter Husten kann bis zu acht Wochen andauern und tritt meist im Rahmen einer harmlosen Erkältung oder einer Allergie auf. Auch wenn man sich verschluckt hat oder eine Reizung der Atemwege durch das Einatmen von Fremdkörpern aufgetreten ist, spricht man von einem akuten Husten. Die chronische Form hingegen geht über eine Dauer von acht Wochen hinaus. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel Asthma, chronische Bronchitis oder die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD).

Egal ob akut oder chronisch: beide Formen können sich trocken oder produktiv äußern. Trockener Husten ist ohne Auswurf und wird meist durch eine Reizung der Atemwege ausgelöst. Daher auch die Bezeichnung Reizhusten. Die Betroffenen beschreiben das Gefühl mit einer Feder im Hals gekitzelt zu werden und sich oft räuspern zu müssen. Trockener Husten kann aber auch zu Beginn einer akuten Bronchitis, sowie im Laufe einer Erkältung auftreten. In Falle eines grippalen Infekts klagen viele Betroffene an den ersten drei Tagen über einen trockenen Husten, der an den Folgetagen in einen produktiven Husten umschlagen kann. Zu den Hauptursachen von chronisch trockenem Husten gehören unter anderem chronischer Schnupfen beziehungsweise eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung und Asthma.

Der produktive Husten geht immer mit einer Schleimbildung einher. Meist ist der Schleim klar und flüssig und damit unproblematisch. Gelblicher Auswurf aus den unteren Atemwegen ist auf Entzündungszellen zurückzuführen. Grünliches Bronchialsekret weist auf eine bakterielle Infektion hin. Akuter produktiver Husten kann etwa im Rahmen einer Lungenentzündung sowie im späteren Stadium einer akuten Bronchitis auftreten. Chronisch produktiver Husten kommt häufig bei chronischer Bronchitis oder COPD vor.

In manchen Fällen ist ein Husten mit blutigem Auswurf möglich. Häufige Ursachen von Bluthusten sind beispielsweise schwere Bronchitis und andere schwere Lungenerkrankungen. Nur selten stecken eine Linksherzschwäche oder eine angeborene oder durch die Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten vorliegende Blutgerinnungsstörung dahinter. Bei einer solchen Symptomatik sollte der Patient umgehend einen Arzt aufsuchen.

Die Ursachen und möglichen Erkrankungen sind zahlreich. Am ehesten bringt man wohl Erkältung, Grippe oder eine Lungenentzündung mit einem Husten in Verbindung. Aber auch Personen mit einer chronischen Sinusitis, Bronchitis, Asthma bronchiale, COPD, Rippenfellentzündung, Mukoviszidose, Tuberkulose und weiteren Lungenerkrankungen leiden meist chronisch unter Husten. Patienten, die Arzneimittel wie ACE-Hemmer, Betablocker, Fentanyl, Amiodaron oder Kortison einnehmen, können auch über einen trockenen Reizhusten als unerwünschte Arzneimittelwirkung klagen.

Wichtig für die Beratung ist es, zu wissen, wann ein Kunde zum Arzt muss. Tritt Husten mit Brustschmerzen, Atemnot, hohem Fieber, bei/nach Aufenthalt in Ländern, in denen Tuberkulose stark verbreitet ist, nach Kontakt mit Tuberkulose-Patienten, bei bekannten Krebserkrankungen in der Vorgeschichte, bei Patienten mit Immunschwäche, HIV-Infektion oder unter immunsuppressiver Therapie auf, sollte der Kunde direkt zum Arzt geschickt werden.

Der akute Husten in schwacher Form kann in der Regel mit Wasserdampfinhalation und durch ausreichendes Trinken von Wasser und Tee, in den Griff bekommen werden. Sollte vorhandener Schleim hartnäckiger sein, können Expektorantien oder Sekretolytika helfen. Sie verflüssigen den Schleim und erleichtern das Abhusten. Auch hier ist es wichtig ausreichend zu trinken, damit der Schleim auch die Möglichkeit zur Verflüssigung hat.

Wird ein Medikament zum Lösen des Schleims angewendet, sollte immer darauf geachtet werden, die Einzeldosen gleichmäßig über den Tag zu verteilen und die letzte Gabe nicht nach 17 Uhr am Abend vorzunehmen. Das könnte dafür sorgen, dass die Wirkung in der Nacht eintritt und nachts vermehrt abgehustet werden muss. Auch von einer Kombination aus Hustenstiller und Expektorans ist abzusehen. Dies würde dafür sorgen, dass der Schleim sich in den Bronchien sammelt und die Atmung erschwert wird. Zudem kann es zu einer Ansiedlung von Bakterien kommen. Möglich ist dies jedoch, wenn der Löser für den Tag und der Stiller vor dem Schlafengehen eingenommen wird.

Liegt dem Husten eine bakterielle Infektion zu Grunde, kann eine Antibiose unausweichlich sein. Kunden die ein Antibiotikum gegen den Husten verschrieben bekommen sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass es ganz wichtig ist, dieses die vorgeschriebene Dauer einzunehmen und nicht vorzeitig abzusetzen. Natürlich kann man auch hier den Hinweis geben, eine Antibiose mit Präparaten und weiteren Maßnahmen gegen den Husten, zu kombinieren. Es gibt jedoch auch Patienten, die selbst bei einer harmlosen Erkältung auf ein Antibiotikum bestehen. Natürlich ist das eine Therapieentscheidung des behandelnden Arztes, aber der Hinweis an Kunden, dass ein solches bei einer viralen Infektion der Atemwege nicht sinnvoll ist und sogar Resistenzen fördern kann, ist oftmals sinnvoll.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Impfung, Schnellschema & Prävention
FSME: Wenn Zecken die Hirnhaut infizieren »
Warme Temperaturen & ihre Risiken
Sommer, Sonne, Sonnenstich »
Mehr aus Ressort
Wann der Booster besser verschoben wird
Impfung trotz Erkältung – geht das? »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Stefan Kukacka wird CEO
Von Beiersdorf zu Schülke»
Rechenzentrum in Transformation
Noventi in Zahlen»
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»