Räusperzwang, Schleim & Co.

Husten: Leitliniengerechte Therapie Alexandra Negt, 22.02.2020 09:20 Uhr

Berlin - Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) zur Behandlung von akutem Husten wurde zuletzt im Oktober 2019 überarbeitet und aktualisiert. Die Empfehlungen sind je nachdem, welche Art von Husten vorliegt unterschiedlich.

Protussive Therapie

Durch die mukoaktive Therapie wird das Sekretvolumen erhöht und die Viskosität herabgesetzt. Die bronchiale Reinigung soll hierdurch erleichtert werden. Die Reizung der Hustenrezeptoren wird gemindert – der Vorgang des Abhustens erleichtert. Bei akuter, viraler Bronchitis werden am häufigsten Expektorantien eingesetzt, diese zeigten in Studien meist mehrere Effekte: Neben den sekretolytischen und mucolytischen Eigenschaften verfügen die Wirkstoffe häufig über antiinflammatorische, antioxidative, antivirale und lokalanästhetische Eigenschaften.

Antitussive Therapie

Inhalative Anticholinergika, wie Ipatropiumbromid, können die Schleimproduktion verringern. Nasales Ipratropiumbromid lindert in hohen Dosen den durch eine vasomotorische Rhinopathie ausgelösten Husten, ist jedoch in Deutschland nicht auf dem Markt. Inhalative Cortisone wirken nur bei eosinophiler Bronchitis und bei allergischem und nicht allergischem Asthma. Nasale Darreichungsformen helfen bei Rhinosinusitis.

Medikamente zur Reduktion der Reizung der Hustenrezeptoren im Pharynx, auch Demulzentien genannt, hüllen die im Rachen befindlichen Hustenrezeptoren ein und lindern temporär den Hustenreiz. Neben antitussiven Sirupen werden Gurgellösungen oder Lutschtabletten eingesetzt. Die Wirkung ist meist relativ kurz und auf 30 Minuten beschränkt. Lutschtabletten mit Hyaluronsäure, wie Gelorevoice, wirken durch eine starke Wasserbindungskapazität mitunter länger.

Chemische Antitussiva wie Dextrometorphan oder Codein sollten nur bei schwerem trocknem Husten angewendet werden. Die Hauptwirkung von Codein beruht auf der Bindung an Opioid (μ)- Rezeptoren im Gehirn. Dextrometorphan wirkt als Agonist am Sigma-1-Rezeptor. Die atemdepressive und Sucht erzeugende Wirkung muss bei der Verordnung berücksichtigt werden. Bei produktivem Husten sind diese Substanzklassen kontraindiziert, der Einsatz sollte nur im Einzelfall und zur Nacht erfolgen.

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