Husten ist nicht gleich Husten

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Berlin - Die kommende Erkältungssaison wird Apotheker und Ärzte vor ganz neue Herausforderungen stellen. In Zeiten der Pandemie erscheint jedes Räuspern schnell als Anzeichen für eine Sars-CoV-2-Infektion. Doch es darf zu keiner Stigmatisierung des Hustens kommen, warnen Experten. Husten ist ein häufig vorkommendes Symptom und kann auch fernab von jeglicher Infektionskrankheit auftauchen. Eine Übersicht mit den möglichen Ursachen und Auslöser für Husten gibt es hier

Husten gilt als Leitsymptom für zahlreiche Erkrankungen. Ein trockener Hals und Räusperzwang begleiten fast jede Erkältung. Bei schlechtem Verlauf kann sich aus der anfänglich leichten Symptomatik eine Bronchitis entwickeln. Auch bei zahlreichen chronischen Erkrankungen gehört Husten mit zum Krankheitsbild. Asthma und COPD sind nur zwei Beispiele. Doch auch fernab von Erkrankungen kann es zu Husten kommen. Bei einer Medikamentenumstellung beispielsweise, oder einer außergewöhnlich hohen Belastung der Stimme. Mit Blick auf den Winter sollten Apotheker und PTA sich erneut vor Augen führen, dass Husten nicht unbedingt bedeutet, dass der Betroffene Covid-19 hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen anderen Auslöser handelt, ist um ein Vielfaches höher.

Typischer Erkältungsverlauf

Die klassische Erkältung dauert in der Regel etwa acht bis zehn Tage an. In den meisten Fällen folgt die Erkrankung einem klassischen Verlauf: Die Symptome Husten, Halsschmerzen, Schnupfen und Heiserkeit treten in einem bestimmten Schema auf. Zu Beginn werden Betroffene von Halsschmerzen geplagt. Nach kurzer Zeit gesellt sich Schnupfen zu den Symptomen dazu. Husten folgt erst relativ spät als letztes Symptom einer Erkältung und hält bis zum Abklingen etwa zehn Tagen an. Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber treten nicht zwangsläufig auf, setzen jedoch, insofern vorhanden, kurz nach dem Schnupfen ein.

Von einer Bronchitis zu COPD

Die akute Bronchitis kann in zwei unterschiedlichen Formen auftreten – trocken oder produktiv. Meist entwickelt sich ein produktiver Husten im Laufe eines Infektes, da die Bronchien entzündet sind und vermehrt Schleim absondern. Eine akute Bronchitis wird meistens durch Viren verursacht. Eine anschließende Besiedelung mit Bakterien gilt als Sekundär- oder Superinfektion. Doch rund 10 Prozent der Bevölkerung in Industrieländern leiden an einer chronischen Form. Die Betroffenen Husten ständig, insbesondere morgens, unabhängig von einem Infekt. Die Gefahr der Chronifizierung des Hustens steigt bei Rauchern enorm an. Unbehandelt kann über Jahre aus einer chronischen Bronchitis ein chronisch-obstruktives Lungenleiden entstehen. Das Krankheitsbild der COPD (chronic obstructive pulmonary disease) ist geprägt durch eine dauerhafte Obstruktion der Atemwege, zähem Sputum und einem Schleimhautödem.

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