Erkältung

Hausmittel bei Gliederschmerzen Cynthia Möthrath, 28.01.2019 15:08 Uhr

Berlin -

Gliederschmerzen treten häufig in Folge einer Erkältung oder eines grippalen Infektes auf. Sie können die Betroffenen sowohl in Bewegung, als auch bei Ruhe plagen und haben meist einen ziehenden Charakter. Oft kommt auch ein Schweregefühl der Gliedmaßen hinzu. Betroffen sind meist Arme und Beine, sowohl einseitig wie auch beidseitig. Die Schmerzen gleichen denen eines Muskelkaters. Häufig sind sie begleitet von Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit und einem allgemeinen Krankheitsgefühl.

Eigentlich sind die unangenehmen Schmerzen jedoch ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem arbeitet und mit voller Kraft gegen die Krankheitserreger vorgeht. Durch den Eintritt der Erreger in den Organismus kommt es zur Auslösung der Immunreaktion. Der Körper schüttet spezielle Botenstoffe, die Prostaglandine aus, die zum einen die Abwehrreaktion hochfahren, zum anderen aber das Schmerzempfinden herabsetzen. Dadurch kommt es zu diffusen Schmerzen im ganzen Körper. Diese haben im Vergleich zum Fieber leider keinen sinnvollen Nutzen bei der Abwehr der Krankheitserreger, sondern sind lediglich eine Begleiterscheinung des Heilungsprozesses. Sie zeigen jedoch, dass die aktive Abwehr des Körpers funktioniert und auf Hochtouren läuft.

Neben den klassischen medikamentösen Therapieoptionen gibt es einige altbewährte Hausmittel, die Betroffenen Linderung verschaffen können. In den meisten Fällen hilft Wärme, da sie die Muskulatur auflockert und entspannt und so für eine Schmerzlinderung sorgen kann. Ein warmes Vollbad mit durchblutungsfördernden Zusätzen wie Thymian, Latschenkiefer oder Fichtennadeln eignet sich hierfür am besten. Die aufsteigenden ätherischen Öle haben zudem eine schleimlösende Wirkung bei Begleitsymptomen wie Husten oder Schnupfen. Bei Fieber sind Vollbäder jedoch kontraindiziert, da sie die Körpertemperatur zusätzlich erhöhen und das Fieber gefährlich in die Höhe treiben können.

Nach dem Bad sollte eine ausgedehnte Ruhezeit erfolgen. Im Allgemeinen fördert Bettruhe und Schonung den Heilungsprozess und kann die Schmerzen lindern, vor allem wenn diese vorwiegend bei Bewegung auftreten. Im Ruhezustand kann der Körper seine gesamte Energie dem Immunsystem zur Verfügung stellen und den Infekt schneller abwehren. Vor allem bei Fieber sollte strenge Bettruhe eingehalten werden. Ist die Temperatur im Normalbereich und der Körper auf dem Weg der Besserung, können kurze Spaziergänge an der frischen Luft den Stoffwechsel in Schwung bringen.

Nicht nur warme Bäder können wohltuend sein, auch das Trinken von Arzneitees kann den Körper von innen wärmen. Geeignet sind während eines grippalen Infektes mit Gliederschmerzen Tees mit Ingwer, Holunder, Lindenblüten oder Weidenrinde. Eine Teemischung mit entzündungshemmender und schweißtreibender Wirkung kann ganz einfach selbst hergestellt werden. Dazu werden jeweils zwei Teelöffel der genannten Teedrogen mit einem halben Liter kochendem Wasser übergossen und etwa zehn Minuten ziehen gelassen.

Punktuell können auch Einreibungen mit Arnika, Johanniskraut oder Latschenkiefer eine Linderung der Schmerzen bringen. Viele ältere Patienten schwören auf alte Hausmittel wie Franzbranntwein oder Pferdesalbe. Die enthaltenen ätherischen Öle, in der Regel Menthol und Campher, führen zunächst zu einem Kühleffekt. Durch das Einmassieren kommt es im Verlauf jedoch zu einer verbesserten Durchblutung mit Wärmeentwicklung.

Es können auch warme oder kalte Wickel angelegt werden. Hierbei ist darauf zu achten, ob dem Patienten eher Wärme oder Kälte guttut. Bei Fieber sollten nur lauwarme Wickel angelegt werden, um die Körpertemperatur nicht weiter ansteigen zu lassen. Die Temperatur der Wickel sollte so angenehm wie möglich sein. Viele Patienten mit Gliederschmerzen reagieren auf Wärme positiv, andere mögen eher eine kühlende Wirkung. Je nach Vorliebe und Körpertemperatur sollte die Temperatur und Verweildauer angepasst werden. Treten die Gliederschmerzen plötzlich und zusammen mit sehr hohem Fieber auf, oder halten länger als sieben Tage an, so sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, da es sich um eine bakterielle Infektion oder den Influenzavirus handeln kann.