Wann ist eine Antibiose sinnvoll?

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Berlin - Hat man sich eine Erkältung zugezogen, möchte man sie so schnell wie möglich wieder loswerden. Viele Patienten wundern sich, wenn sie trotz starker Beschwerden beim Arztbesuch kein Antibiotikum verordnet bekommen – doch eine Antibiose ist nur selten wirklich sinnvoll.

Husten, Schnupfen, Halsschmerzen – eine Erkältung geht meist mit den typischen Symptomen einher: Nachdem zunächst häufig ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Kratzen im Hals oder leichten Schluckbeschwerden auftritt, folgen kurze Zeit später oft Halsschmerzen, Schnupfen und Husten. Die Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und den Betroffenen daher mehr oder weniger in seinem Alltag beeinträchtigen.

Erkältungsinfekte durch Viren

Solche Erkältungskrankheiten werden in der Regel von verschiedenen Virusarten ausgelöst: Die Erreger gelangen über Mund oder Nase in den Körper und vermehren sich daraufhin in Nase, Nebenhöhlen oder Bronchien. Trockene oder gereizte Schleimhäute machen es den Viren zusätzlich leichter anzudocken. Haben sich die Viren ausreichend vermehrt, kommt es zu den klassischen Symptomen. Nach dem Arztbesuch sind viele Patienten irritiert, wenn trotz starker Beschwerden keine Antibiose verordnet wird, sondern lediglich Schleimlöser und Schmerzmittel empfohlen werden.

Doch dieses Vorgehen hat seinen Grund: Denn ein Antibiotikum wirkt nur gegen Bakterien – gegen Viren ist es wirkungslos. Da die klassischen Infekte jedoch nicht von Bakterien, sondern von Viren ausgelöst werden, macht es meist keinen Sinn Antibiotika einzunehmen. Dies hätte keinen Effekt auf das Krankheitsgeschehen – die unnötige Einnahme würde jedoch die Entstehung von Resistenzen begünstigen und den Darm belasten.

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