Hochdosierte Einnahme

Zink und Vitamin C – wirkungslos bei Corona? APOTHEKE ADHOC, 01.06.2021 14:56 Uhr

  • Keine positiven Effekte ermittelt: Hochdosiertes Zink und Vitamin C scheinen bei einer ambulanten Infektion mit Sars-CoV-2 wirkungslos zu sein. Foto: Elisanth/shutterstock.com

Berlin - Seit der Pandemie wollen viele Menschen ihr Immunsystem mit Nahrungsergänzungsmitteln stärken. Zink und Vitamin C gelten als klassisches Erkältungsduo, welches auch bei einem grippalen Infekt hoch dosiert als Akuttherapie in Frage kommt. Bei einer bestehenden Covid-Infektion scheint die Einnahme jedoch wirkungslos zu sein.

Ein Booster für das Immunsystem, der die Dauer und Intensität der Symptomatik verkürzt – das erhoffen sich viele Menschen von einer hochdosierten Einnahme von Supplementen für das Immunsystem. Oftmals enthalten diese neben Zink auch Vitamin C. Doch nicht nur zur Prävention werden die Mikronährstoffe eingesetzt, bei grippalen Infekten kann eine hochdosierte Einnahme auch im Akutfall helfen: Studien konnten zeigen, dass eine Kombination aus Ascorbinsäure und Zinkgluconat die Dauer der Beschwerden verkürzen und das Ausmaß von Husten und Schnupfen lindern kann.

Eine Studie aus den USA hat sich nun damit beschäftigt, ob eine hochdosierte Anwendung auch bei einer Covid-Infektion Linderung bringen und die Erkrankungsdauer verkürzen kann. Das Ergebnis ist jedoch ernüchternd. Ursprünglich sollten 520 Erwachsene an der Untersuchung teilnehmen, da die Hochdosismedikation bei einer Zwischenanalyse allerdings keinerlei Wirkung zeigte, wurde nach nur 214 Teilnehmern abgebrochen.

Die Infektion mit Sars-CoV-2 wurde bei allen mittels positivem PCR-Test bestätigt. Im Durchschnitt waren die Teilnehmer 45 Jahre alt. Sie wurden in vier Gruppen unterteilt: Die erste Gruppe erhielt täglich 8000 mg Ascorbinsäure, die zweite Gruppe täglich 50 mg Zinkgluconat, die dritte Gruppe täglich eine Kombination aus beidem und die vierte Gruppe erhielt keine der Therapien.

Über vier Wochen hinweg sollten sie einmal wöchentlich einen Fragebogen ausfüllen. Damit machten sie Aussagen über eine Reihe vorgegebener Symptome nach CDC-Leitlinien. Mithilfe des Gesamtscores wurde dann der Schweregrad der Infektion bewertet – dieser war zu Beginn der Studie bei allen Teilnehmern vergleichbar gewesen. Primärer Endpunkt der Studie war die Anzahl der Tage, die benötigt wurde, um eine 50-prozentige Reduktion der Symptomstärke zu erreichen.

Keine Verbesserung durch Zink & Vitamin C

Doch innerhalb der verschiedenen Gruppen konnte kein signifikanter Unterschied ermittelt werden: Die Kontrollgruppe ohne Supplemente erreichte den Zielwert nach durchschnittlich 6,7 Tagen, die Gruppe mit einer Kombination aus Zink und Vitamin C und die reine Vitamin-C-Gruppe nach 5,5 Tagen, bei der Zink-Gruppe waren es 5,9 Tage.

Es zeigten sich zudem keine Auswirkungen auf die Mortalitätsrate und die Häufigkeit, mit der die Teilnehmer stationär behandelt werden mussten. Eine klinische Relevanz ist somit nicht gegeben. Durch die Einnahme der Hochdosis-Supplemente kam es jedoch häufiger zu Nebenwirkungen: Betroffene berichteten über Übelkeit, Durchfall und Magenkrämpfe.

Die Ergebnisse scheinen zumindest für ambulante Verläufe zu sprechen: Andere Studien zeigten in der Vergangenheit, dass hochdosierte Vitamin-C-Infusionen einen positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf haben könnten. Vitamin C kann laut einer Fallstudie in die Zytokinmodulation eingreifen: Unter anderem halte es den gefürchteten Zytokinsturm in Grenzen. Aktuell laufen mehrere Studien mit dem Wirkstoff.