Schal, Lutschtabletten & Co.

Halsschmerzen – Startschuss für die Erkältung?

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Berlin -

Sie kommen plötzlich und sind häufig das erste Symptom einer Erkältung: Halsschmerzen. Das erste Kratzen im Hals lässt sich jedoch mit verschiedenen Ansätzen gut behandeln, sodass das Fortschreiten des Infektes oft noch verhindert werden kann. Wichtig ist bei den ersten Anzeichen zu handeln und nicht lange abzuwarten.

Die häufigste Ursache für Halsschmerzen sind virale Infekte. Die Krankheitserreger gelangen in den Mund- und Rachenraum sowie die Nase und haften auf den Schleimhäuten an. Dort können sie sich innerhalb kürzester Zeit vermehren und auf die Nasennebenhöhlen oder Bronchien ausweiten. Daher sollten die oberen und unteren Atemwege stets als Einheit betrachtet werden: Hals und Kehlkopf stellen dabei die Verknüpfung dar.

Den Hals warmhalten

Am besten wird Halsschmerzen in der kalten Jahreszeit vorgebeugt, indem die Halsregion warmgehalten wird, beispielsweise mit Halstüchern oder einem Schal. Das gilt nicht nur an der frischen Luft, sondern auch in Innenräumen. Denn durch Zugluft kann es schnell zu einer Unterkühlung kommen. Infolgedessen sinkt die Immunabwehr und Erreger haben leichtes Spiel. Durch die Wärme wird die Halsregion jedoch besser durchblutet und kann somit auch Viren & Co. besser abwehren.

Kommt es zu Halsschmerzen, muss schnell gehandelt werden, da die Erreger sich schnell ausbreiten können. Oft beginnt es mit einem leichten Kratzen im Hals, nach einigen Stunden können bereits Schluckbeschwerden hinzukommen. Oft wird die Stimme rau und Betroffene verspüren einen Räusperzwang. Leichte Schmerzen können gut innerhalb der Selbstmedikation behandelt werden. Kommen innerhalb von 3-5 Tagen weitere Symptome hinzu oder tritt keine Besserung der Symptome ein, sollte ein Arzt/eine Ärztin aufgesucht werden.

Lutschtabletten & Tees können helfen

Wichtig ist in jedem Fall den Hals feucht zu halten – sowohl vorbeugend wie auch bei ersten Beschwerden: Dadurch können die Erreger schwieriger an den Schleimhäuten anhaften. Außerdem kann eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr die Schmerzen lindern. Gut geeignet sind warme Tees – vermieden werden sollten eiskalte oder stark säurehaltige Getränke wie Säfte oder Limonaden.

Eine Ergänzung stellen zudem Lutschtabletten und Bonbons dar: Sie können auch unterwegs für eine intensive Befeuchtung der Schleimhäute sorgen. Gut geeignet sind solche mit Zusätzen wie Salbei, Honig, Eibisch oder Isländisch Moos. Auch Präparate mit Hyaluronsäure können intensiv befeuchten und einen Schutzfilm auf den gereizten Schleimhäuten hinterlassen. Eine Alternative stellen Halssprays da, die in den vergangenen Jahren vermehrt in den Markt kommen: Sie können mithilfe eines Applikators gezielt in den Rachen gesprüht werden und dort Linderung verschaffen. Je nach Inhaltsstoff wirken sie schmerzlindernd oder entzündungshemmend.

Gurgeln – ein altbewährtes Hausmittel

Um die tiefergelegenen Regionen des Halses zu erreichen kann außerdem gegurgelt werden. Vor allem bei Älteren ist das Gurgeln mit verschiedenen Zusätzen ein altbewährtes Hausmittel bei Erkältungen. Hierfür können die oben genannten Tees verwendet werden oder aber auf Salzwasser, Honigwasser oder spezielle Gurgellösungen mit ätherischen Ölen zurückgegriffen werden. Wichtig beim Gurgeln ist die richtige Temperatur: Zu heiße oder zu kalte Lösungen reizen die empfindlichen Schleimhäute zusätzlich und können sie weiter austrocknen. Daher sollten am besten lauwarme Spülungen verwendet werden.

Damit die Gurgellösung und ihre Inhaltsstoffe ihre Wirkung entfalten können, ist es sinnvoll, möglichst oft zu gurgeln. Durch den Vorgang werden die Krankheitserreger im Rachenbereich mechanisch weggespült. Im Idealfall sollte die Spülung deshalb alle ein bis zwei Stunden durchgeführt werden. Die Dauer sollte etwa fünf Minuten betragen.

Viele Betroffene scheuen sich vor dem alten Hausmittel, da es nicht selten zu Verschlucken oder Würgereiz kommen kann. Um dies zu verhindern, muss die richtige Atmung durchgeführt werden. Am besten wird durch die Nase ein- und durch den geöffneten Mund wieder ausgeatmet. Wichtig ist auch, dass der Kopf in den Nacken gelegt wird, damit auch die hinteren Bereiche des Rachens erreicht werden. In dieser Haltung läuft das Wasser bereits an die richtige Position im Mund.

Halsschmerzen – könnte das Corona sein?

Oft macht sich bei den Anzeichen eines Infektes die Sorge breit, es könnte sich um eine Ansteckung mit Sars-CoV-2 handeln. Denn ähnlich wie bei einer Erkältung entwickeln sich auch hier die Symptome eher langsam und im Krankheitsverlauf. Dennoch gelten Halsschmerzen nicht als klassisches Einstiegssymptom für Covid-19. Die Beschwerden ähneln eher der einer Influenza: Husten, Kurzatmigkeit und Fieber können auftreten, ebenso wie Durchfälle. Außerdem gilt der plötzliche Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn als typisches Covid-Symptom.

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