Angeschwollene Lymphknoten – wieso, weshalb, warum? | APOTHEKE ADHOC
Das Immunsystem kämpft

Angeschwollene Lymphknoten – wieso, weshalb, warum?

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Berlin -

Während einer Infektion kommt es häufig zu einem Anschwellen der Lymphknoten. Dies ist jedoch kein Grund zur Panik, sondern in erster Linie ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf Hochtouren läuft und der Körper gegen die Erreger ankämpft.

Erst war es nur Abgeschlagenheit und ein leichtes Kratzen im Hals, am nächsten Morgen ist der Hals dick und er schmerzt beim Abtasten. Die Lymphknoten seitlich vom Hals sind geschwollen – normalerweise sind diese nicht spürbar. Meist sind Virusinfektionen der Auslöser: Erkältungen, aber auch Influenza oder Pfeiffersches Drüsenfieber können die Ursache darstellen, aber auch bakterielle Infektionen wie eine Mandelentzündung oder Borreliose können schuld sein. In seltenen Fällen stecken ernsthafte Erkrankungen dahinter.

Das Lymphsystem ist wichtiger Bestandteil des körpereigenen Abwehrsystems. Jeder Mensch besitzt rund 600 Lymphknoten, die im gesamten Körper verteilt sind, vor allem im Bereich der Leisten, Achseln, am Hals und in der Nähe der inneren Organe. Auch Milz, Thymus und Rachenmandeln sind wichtige Bestandteile. Ihre Aufgabe besteht darin die Lymphflüssigkeit, welche oft auch als „Gewebswasser“ bezeichnet wird, zu filtern.

In den Lymphgefäßen befinden sich Klappen wodurch die Flüssigkeit wie in einer Einbahnstraße in Richtung Herz transportiert wird. In den Lymphknoten wird die Lymphe gereinigt, bevor sie über die linke Schlüsselbeinvene in den Blutkreislauf zurückfließt. Damit nur unschädliche Stoffe ins Blut gelangen, sind hier die Abwehrzellen „stationiert“: Werden Bakterien oder andere Krankheitserreger mit der Lymphe in die Lymphknoten transportiert, beginnt die Immunabwehr. Da sich bei einer Infektion die Lymphozyten vermehren, kann es zum typischen Anschwellen der Lymphknoten kommen. Bei Störungen des Lymphsystems droht unter anderem Infektanfälligkeit.

Treten die geschwollenen Lymphknoten gemeinsam mit anderen Symptomen wie Fieber, Schnupfen oder Halsschmerzen auf, ist meist klar, woher die Schwellung kommt. In erster Linie gilt es dann sich zu schonen, um den Körper zu entlasten. Auch ein Wärmen der betroffenen Region kann Linderung verschaffen. Alle weiteren Beschwerden können symptomatisch behandelt werden.

Kommt es jedoch ohne Hinweise auf eine Infektion zur Schwellung, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Gleiches gilt, wenn die Schwellung nur auf einer Seite auftritt oder länger als drei Wochen anhält. Bei Kindern kann es oft auch länger zu angeschwollenen Lymphknoten kommen, da ihr Immunsystem sich erst noch aufbauen muss und ständig im Training ist. Meist ist sie daher nicht besorgniserregend. Doch auch mit den Kleinsten sollte nach drei bis vier Wochen dauerhafter Schwellung ein Arzt aufgesucht werden.

Der Arzt wird eine ausführliche Anamnese vornehmen und die betroffene Region abtasten, um den Grad der Schwellung zu ermitteln. Besteht der Verdacht auf eine bestimmte Infektion, können mittels Bluttest Hinweise auf Entzündungen oder Virusinfektionen gegeben werden. Weitere Untersuchungen können Gewebeproben oder bildgebende Verfahren sein. Diese kommen jedoch nur in Ausnahmefällen zum Einsatz.

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