Tipps und Tricks für die lieben Kleinen

Das Kind ist krank – was tun? APOTHEKE ADHOC, 13.11.2020 14:45 Uhr

  • Wie geht man bei kleinen Patienten vor und was sollte bei der Beratung der Eltern beachtet werden? Foto: shutterstock.com/Tomsickova Tatyana

Berlin - Es ist der Klassiker: Pünktlich zum Wochenende oder den Feiertagen fängt das Kind an zu fiebern und wird krank. Für Eltern bedeutet ein krankes Kind häufig Stress, denn es gilt verschiedene Herausforderungen zu meistern. Mit einigen Tricks lässt sich die Zeit jedoch gut überstehen.

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Wenn die Kinder krank sind, werden auch die Eltern mehr gefordert: Denn die Kleinen sind oft weinerlich und anhänglich. Je nach Alter kann es außerdem schwer sein, die verordnete Bettruhe einzuhalten. Schwierigkeiten kann es auch bei der Einnahme von Medikamenten oder der Behandlung mit Hausmitteln geben. Die folgenden Tipps beziehen sich nicht auf Säuglinge und Kleinkinder. Ab einem Alter von vier Jahren können sie jedoch gut angewendet oder umgesetzt werden.

Ruhe und spielerische Ansätze einbauen

Können die Kleinen einmal laufen, sind sie kaum noch aufzuhalten – das gilt leider häufig auch für erkältete Kinder. Vor allem nach der Gabe von schmerz- und fiebersenkenden Mitteln wird die Bettruhe meist nicht mehr eingehalten. Dabei ist sie sehr förderlich für den Genesungsprozess. Eine Überbelastung kann hingegen den Verlauf in die Länge ziehen und den Körper belasten. Der Tagesablauf sollte daher möglichst ruhig gestaltet werden: Ein Puzzle, Bauklötze oder der Lieblingsfilm auf dem Sofa können helfen das Kind möglichst ruhig zu beschäftigen.

Während einer Erkältung sollten zudem die Schleimhäute regelmäßig feucht gehalten werden. Daher sollte dem Kind alle halbe Stunde etwas zu trinken angeboten werden. Halsbonbons mit Salbei oder Honig können bei Halsschmerzen hilfreich sein: Allerdings nicht mehr kurz vor dem Schlafengehen, es droht Erstickungsgefahr. Ebenfalls hilfreich ist das regelmäßige Spülen oder Gurgeln mit Erkältungs-Tee und das Auflegen eines warmen Halswickels. Inhalationen lindern bei Husten und Schnupfen ebenfalls. Oft fehlt den Kindern jedoch die Geduld dazu oder sie finden es sogar unangenehm, die Apparatur an das Gesicht anzulegen – hier kann ein spielerischer Ansatz helfen: Gemeinsam kann ein kleines Deckenzelt gebaut werden, unter dem eine Geschichte gehört wird. Nebenbei kann unter der Decke inhaliert werden.

Besonders Schnupfen kann für die Kinder quälend sein. Sie müssen erst lernen sich die Nase zu putzen, um sich vom Sekret zu befreien. Durch Schnupfen sind die Nächte besonders unruhig, da das Kind schlecht Luft bekommt. Zur Verflüssigung des Sekretes können Nasentropfen auf Kochsalzbasis verwendet werden. Bei besonders akutem Schnupfen werden kurzzeitig auch abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays empfohlen, um die Atmung zu erleichtern. Die Anwendung sollte bei entsprechender Wirkstoff-Konzentration (0,05% Xylometazolin) eine Woche nicht überschreiten.

Spezialfall Pseudokrupp

Eine Ausnahme stellt der Krupphusten dar: Die anfallartigen Hustenattacken mit starker Atemnot können im Ernstfall lebensgefährlich sein. Sie müssen daher frühzeitig erkannt und richtig behandelt werden. Vor allem Kinder bis zum fünften Lebensjahr sind von der Symptomatik betroffen: Dies liegt daran, dass der Bereich des Kehlkopfes noch sehr eng ist. Gekennzeichnet sind solche Anfälle von plötzlich auftretendem, bellendem, trocknem Husten – meist in den Abendstunden oder in der Nacht. Durch die vorangegangene Infektion kommt häufig Heiserkeit, Fieber, Husten oder Schnupfen hinzu. Charakteristisch ist außerdem ein lautes Atemgeräusch, welches durch die Luftnot entsteht: Besonders das Einatmen ist deutlich zu hören. Bei leichteren Fällen reicht der Besuch beim Kinderarzt aus, um entsprechende Medikamente zu erhalten. In schweren Fällen muss sofort der Notarzt oder Rettungsdienst gerufen werden.

Tipps für Tablette, Zäpfchen & Co.

Nicht alle Arzneiformen und Wirkstoffe sind für Kinder geeignet. Vor allem Tabletten können auch mit zunehmendem Alter noch eine Herausforderung sein. Am besten geeignet sind Säfte, Tropfen oder Zäpfchen. Doch auch letztere werden ab einem bestimmten Alter oft nicht mehr toleriert. Damit das Zäpfchen nicht wieder herausgedrückt wird, sollte es „falsch herum“ in den After eingeführt werden. So ist der Widerstand größer und es bleibt besser im Körper.

Steht ein Wirkstoff nicht in flüssiger Darreichungsform zur Verfügung, kann die Einnahme von Tabletten erforderlich sein. Manche Tabletten können aufgelöst und mit etwas Fruchtsaft eingenommen werden. Bei Kapseln kann die Einnahme mit kohlensäurehaltigen Getränken helfen, da sie dann besser oben schwimmen und leichter geschluckt werden können. Auch der spielerische Größenvergleich mit einem Smartie kann helfen. Gut geeignet sind besonders kleine Tabletten und Kapseln. Für Kinder ab sechs Jahren steht beispielsweise der pflanzliche Schleimlöser Myrtol zur Verfügung.

Hausmittel können helfen, allerdings sind nicht alle für Kinder geeignet. Daher sollte vor allem auf kindgerechte Produkte und Empfehlungen aus der Apotheke gesetzt werden. Ungeeignet sind beispielsweise Kombinationspräparate, die gern von Erwachsenen verwendet werden. In einigen Fällen sollte außerdem der Gang zum Arzt empfohlen werden, dazu zählt beispielsweise ein schlechter Allgemeinzustand, hohes Fieber seit mehr als drei Tagen, starke Atembeschwerden, sowie eine Verschlimmerung der Symptome oder starke Schmerzen. Wenn das Kind auch nach Behandlung länger als zwei Wochen hustet, sollte auf jeden Fall nochmals der Arzt aufgesucht werden, um eine Chronifizierung zu verhindern.