Beratungstipps bei Heiserkeit

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Berlin - Ein Patient betritt die Apotheke, er grüßt nicht, legt nur einen Zettel vor. Darauf notiert: ein Arzneimittel gegen Heiserkeit. Das ist gerade in der Erkältungszeit ein bekanntes Bild in Apotheken. Der Patient ist nicht etwa unhöflich, ihm hat es schlichtweg die Stimme verschlagen.

Die Heiserkeit, von Medizinern als Dysphonie bezeichnet, ist keine eigenständige Krankheit, sondern wird eher als Symptom betrachtet. Sie äußert sich durch eine raue, belegte Stimme, die oft tiefer und leiser als gewohnt ist. Den Sprechvorgang nehmen Betroffene oft als anstrengend wahr. Heiserkeit kann akut oder chronisch sein und bis zum Totalausfall der Stimme, der Aphonie, führen.

Am bekanntesten ist die Dysphonie als Begleiter eines grippalen Infektes geworden. Aber auch Überlastung bei Vielsprechern wie Lehrern, Sängern und auch PTA und Apothekern ist eine Ursache. Die Schleimhaut des Rachenraums ist mit einer dünnen Schleimschicht bedeckt, die eine schützende Funktion vor Krankheitserregern und Eindringlingen hat und die Stimmbänder geschmeidig hält. Durch Raumluft und Umwelteinflüsse kann dieser Sekretfilm eintrocknen und Krankheitserreger haben leichtes Spiel. Auch bei einer Überlastung der Stimmbänder schwellen diese stark an. Die Stimmlippen reagieren entzündet, gerötet und verdickt. Der Ton der Stimme verändert sich.

In der Regel lässt sich eine Dysphonie gut in der Selbstmedikation behandeln. Ein Arztbesuch ist anzuraten, wenn sie bei Kindern auftritt, länger als drei Wochen dauert, häufig wiederkehrt, spontan auftritt oder von Husten begleitet wird. Der Mediziner muss dann ernsthafte Ursachen wie Keuchhusten, Tumore oder Nebenwirkungen von Medikamenten wie inhalativen Glucokortikoiden ausschließen. Auch eine Refluxkrankheit kann die Stimme heiser machen, wenn der aufsteigende Mageninhalt den Kehlkopf reizt und zu Entzündungen führt.

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