Was passiert eigentlich, wenn der HBA verloren geht?

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Also reicht es, den HBA nur am Anfang einmal ins Terminal zu stecken und ihn dann sicher irgendwo abzuheften? So einfach ist es auch wieder nicht, wie der DAV einräumt: Denn der HBA wird später für Zeichnungsmechanismen, also die qualifizierte elektronische Signatur, benötigt. Wann die notwendig wird, führt Paragraph 17 der Apothekenbetriebsordnung (ApoBetrO) aus: nämlich immer, wenn Änderungen notwendig werden, beispielsweise beim Austausch, wenn ein erkennbarer Irrtum vorliegt, das Rezept nicht lesbar ist oder sich sonstige Bedenken ergeben. „Der Apotheker hat jede Änderung auf der Verschreibung zu vermerken und zu unterschreiben oder im Falle der Verschreibung in elektronischer Form der elektronischen Verschreibung hinzuzufügen und das Gesamtdokument mit einer qualifizierten elektronischen Signatur zu versehen“, so die ApoBetrO.

Ohne HBA also keine Bedienung von E-Rezepten mit Änderung. Doch selbst wenn ein Apotheker seinen HBA verloren haben sollte, lässt das SGB V eine Hintertür: Ein anderer Apotheker kann ihn nämlich mit seinem HBA autorisieren, muss dabei jedoch folgendes beachten: „Es ist nachprüfbar elektronisch zu protokollieren, wer auf welche Daten zugegriffen hat und von welcher Person die zugreifende Person für den Zugriff autorisiert wurde“, so der Gesetzestext. Der DAV setzt nun voraus, dass in den allermeisten Apotheken im Tagesgeschäft nicht nur ein Approbierter anwesend ist. Der Verband gehe davon aus, „dass bei der Einführung des elektronischen Rezeptes alle Bezugsberechtigten mit einem Ausweis ausgestattet und refinanziert werden können. Insofern sollte je Betriebsstätte nicht nur ein Inhaber eines HBA anwesend sein.“

Hat also ein Approbierter seinen HBA verlegt, kann ein Kollege einfach sein Exemplar einstecken und protokolliert den Vorgang vorschriftsgemäß. Und was ist in den Fällen von Apotheken, in denen nur ein Approbierter in der Offizin steht? Dann sollte sicherheitshalber vorgesorgt werden: „Es ist jedem Bezugsberechtigten freigestellt, einen zusätzlichen HBA zu beantragen“, so der DAV. „Die anfallenden Kosten entsprechen der Erstausstellung des HBA und können der aktuellen Refinanzierungsvereinbarung entnommen werden.“

 

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