Umgehung der Gematik-App: So will DocMorris E-Rezepte abstauben

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„Genau gegen diese Möglichkeit habe ich die letzten Monate leider erfolglos gekämpft, denn dadurch ist die Gatekeeper-Funktion der Gematik-App hinfällig“, erklärt Apotheker Ralf König, der mit dem Health Innovation Hub das BMG in Digitalisierungsfragen berät. „Deshalb war meine Forderung seit jeher, dass es eine formulargebundene und eine rein digitale Version des E-Rezepts gibt. Ich kann ja auch keinen Fahrschein im ÖPNV einfach abfotografieren und dem Schaffner zeigen.“ Hoffnung, dass spätere Regelungen die Lücke bald schließen könnten, hat König nicht. „Nachdem wir kein Formular haben, ist das Thema durch. Der Verzicht auf ein Formular war das entscheidende Kriterium, weshalb wir dieses Tor jetzt auch nicht mehr mit einer Rechtsverordnung schließen können.“

DocMorris kann damit kraft seines Kapitals seine App in den Markt drücken und darauf spekulieren, dass die meisten Patienten sie so nutzen, wie erwartet. Die Kapitalgeber teilen die Einschätzungen von Hess offensichtlich: Im Anschluss an den Investoren-Tag stieg der Kurs der Zur-Rose-Aktien um über 6 Prozent.

Und lange warten wird DocMorris nicht. „Wir sind bereit für die ersten E-Rezepte, die ab dem 1. Juli aus Berlin und Brandenburg kommen“, so Hess am Mittwoch. Nicht zuletzt die Einbindung in die Entwicklung des E-Rezepts und dessen Erprobung über die Schwesterfirma eHealth-Tec haben den Versender in eine komfortable Position gebracht. „Das Gute ist, dass wir in den Pilotprojekten mit der Techniker Krankenkasse und anderen vor der Gematik-Phase schon eine Menge lernen und Erfahrung sammeln konnten, was in den Frontend- und Backend-Systemen zur Verarbeitung elektronischer Rezepte benötigt wird.“

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