TI: Sinnloser Kabelsalat

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Nun könnte man sich angesichts dieses absurd anmutenden Prozesses herzlich über die deutsche Wurstigkeit und die Innovationsunfähigkeit bei gleichzeitiger Selbstbeweihräucherung als Hochtechnologiestandort lustig machen. Doch Apotheker, Ärzte und anderen Leistungserbringer dürften nicht amüsiert sein. Seit Jahren schlagen sie sich mit dem Thema herum, die Ärzte sind dabei sogar noch leiderprobter als die Apotheker, auch das ist nicht alltäglich.

Die angeordnete Digitalisierung der Arbeitsprozesse wurde nicht nur als zusätzliche Last zum durchbürokratisierten und wirtschaftlich immer unberechenbareren Kerngeschäft empfunden. Vielmehr wurden auch die Ängste, dass mit den neuen Prozessen im Gesundheitswesen auch eine weitreichende Verschiebung der wirtschaftlichen Machtverhältnisse vonstattengeht, durch die politischen Weichenstellungen keineswegs ausgeräumt – Stichwort: E-Rezept und Hollandversender.

Auch die umgebenden Märkte von den Softwarehäusern bis zu den Großhändlern beharken sich der Digitalisierung wegen nicht nur auf dem Rücken der Apotheker und Ärzte, sondern arbeiten seit Jahren daran, mit neuen Anwendungs- und Geschäftsmodellen Strukturen aufzubauen, damit die etablierten Leistungserbringer sich in der digitalen Zukunft behaupten können. Und nach all dem Aufwand kommt nun die Nachricht: Das war ein Schuss in den Ofen. Jetzt heißt es: Trotzdem durchziehen und während sich das neue, veraltete System etabliert, wird direkt ein neues aufgesetzt. Dass das erneut nicht ohne Probleme und Verwerfungen ablaufen wird, ist absehbar. Außerdem lässt die Skizzierung des neuen Systems bereits schlimmes erahnen: Auch gesetzlich nicht mandatierte Player sollen künftig flexibler eingebunden werden können. HBA und SMC-B liegen in Heerlen und Venlo bereits in der Schublade.

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