Testbericht: Patient verzweifelt am E-Rezept

, Uhr

Also schien der Weg frei, zu testen, wie weit er mit einem echten E-Rezept kommen würde. Bis zur Abrechnung etwa? „Wir dachten uns, wenn es beim Zahnarzt funktioniert, dann versuchen wir es doch mal vor Ort beim Hausarzt.“ Reinicke brauchte tatsächlich eine neue Verordnung für ein Medikament, er ist wie gesagt Chroniker. Er ging also zu dem Arzt, an den er über eine gemeinsame Bekanntschaft kam, und ließ sich dort standardmäßig behandeln. „Der Arzt ist nicht offizieller E-Rezept-Tester, aber das spielt genau genommen keine große Rolle, denn wenn er die notwendige Hard- und Softweare hat und an die Telematikinfrastruktur angeschlossen ist, kann er auch E-Rezepte erstellen und die auf dem Fachdienst ablegen“, sagt Reinicke.

So gesehen könne zumindest beim Arzt bereits eine komplette E-Rezept-Ausstellung durchgeführt werden. Und Reinicke legte Wert darauf, dass alles ganz gemäß dem echten Versorgungsalltag abläuft. „Ich wurde als neuer Patient in dieser Praxis angelegt, es lief also alles ganz realitätskonform. Im Gespräch mit dem Arzt hatte ich sogar das Originalpräparat dabei und ihm erklärt, dass ich das seit Jahren nehme, und nun ein neues brauche, weil es leer ist. Es war also ein komplett regelkonformer Arzt-Patient-Kontakt.“

Nachdem alles seine Ordnung hatte, konnte der Arzt beginnen, ihm eine elektronische Verordnung für sein Medikament auszustellen – doch es passierte: nichts. Der Mediziner nutzt das Praxisverwaltungssystem von Medatixx, die Erstellung des E-Rezepts selbst erfolgte über eine eingebettete, zugelassene und bereits funktionsfähige Verordnungssoftware. Und die lief auch, der Arzt konnte sämtliche Daten in die Eingabemaske geben und das Rezept damit generieren.

„Als er versucht hat, die Fachdienste zu erreichen, ging es los mit den Fehlermeldungen. Erst kam gar nichts, dann Timeout-Meldungen.“ Unzählige Male hätten die beiden es probiert, sagt Reinicke. „Letztlich kam raus, dass der Rise-Fachdienst nicht erreichbar war. Es ging immer kurz für ein paar Sekunden, als er es dann versucht hat, ging es wieder nicht.“ Der Rise-Fachdienst ist der Verzeichnisserver. Über den muss der ausstellende Arzt sich erst authentifizieren, bevor er auf den eigentlich E-Rezept-Fachdienst, den IBM-Server, zugreifen kann.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

eigentlich sollten hier die Kommentare zum Artikel stehen.
Leider funktioneren die Kommentare seit ein paar Tagen nicht mehr für manche Nutzer und Sie scheinen leider zu diesen zu gehören.
Bitte versuchen Sie, alle Cookies von apotheke-adhoc zu löschen. Die Kommentare sollten anschließend wieder angezeigt werden. Eine andere Möglichkeit wäre, einen anderen Browser zu verwenden.
Sollte dies nicht der Fall sein, verwenden Sie bitte unser Kontaktformular und schicken Sie uns Informationen über Ihr Betriebssystem und den verwendeten Browser, damit wir Ihnen weiterhelfen können.

Eine Anleitung, wie Sie Ihre Cookies löschen können, finden Sie z.B. hier.

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Apotheker baut Botendienst massiv aus
Doppeltour als E-Rezept-Vorbereitung»
Herausforderung Taxation
E-Rezepte im Krankenhaus»
Wie soll es funktionieren?
FAQ: Die PTA und das E-Rezept»
Behörde scheitert mit Eil-Anordnung
Katerfly bleibt im Handel»