„Pioniere“ gesucht: Direktabrechnung für 1000 Apotheken

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Das zugehörige Verfahren hat Scanacs nach eigenen Angaben gemeinsam mit Apotheken und Krankenkassen seit 2016 entwickelt. Das Bundesversicherungsamt habe die Anwendung geprüft und positiv bewertet. Nun soll sie ausgerollt werden, und zwar in einem ersten Schritt mit 1000 sogenannten „Abrechnungs-Pionieren“. Apotheken können sich bereits registrieren und sollen dann ein Startangebot mit engmaschiger Begleitung erhalten. Die Begleitung ist dabei nicht nur ein Serviceangebot, sondern solle vor allem dazu dienen, die Erkenntnisse der ersten Anwender in die Feinjustierung des Produkts einfließen zu lassen, erklärt eine Sprecherin auf Anfrage.

Die finale Preisgestaltung werde dann auch auf Grundlage dieser Erkenntnisse festgelegt. Für die Teilnehmer des Pilotprojekts wird demnach noch individuell verhandelt. Ziel sei aber eine komplett transparente Preisgestaltung mit einem Preis pro Rezeptzeile ohne Kappungsgrenze. Eine Vorhersage, bis wann die 1000 Teilnehmer gefunden sein sollen, es in der Breite losgehen kann und wann das Angebot endgültig für alle Apotheken zugänglich ist, will Scanacs auf Anfrage noch nicht abgeben. Das hänge von zu vielen Faktoren ab. Allerdings gehe man davon aus, dass sich bereits Apotheken für das Angebot entscheiden, die Teil der E-Rezept-Modellregion in Berlin/Brandneburg sind – und die ersten Direktabrechnungen noch im dritten Quartal durchgeführt werden.

Bereits seit 2019 bietet Scanacs einen digitalen Service an, mit dem direkt in der Software noch während des Kassiervorgangs in Echtzeit festgestellt werden kann, ob der Patient zuzahlungspflichtig ist oder nicht. Die Versichertendaten zu diesem Dienst stammen laut Scanacs direkt von den Krankenkassen. Die Übermittlung in die Apotheke ermöglicht dabei die Zusammenarbeit mit Prisma Datensysteme, Anbieter des Apothekenwarenwirtschaftssystems Aposoft und Tochterunternehmen des Rechenzentrums NARZ. Zuletzt hatte Scanacs in den Vor-Ort-Apotheken etwas an Ruf eingebüßt, nachdem das Unternehmen eine Kooperation mit der Zur-Rose-Tochter eHealth Tec verkündete. Hintergrund ist deren Einbindung in den Bau der E-Rezept-Infrastruktur – von diesen Einsichten will Scancs nun bei der Direktabrechnung profitieren.

 

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