Konnektoren: Pharmatechnik darf Apotheken den Anschluss verweigern

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Im Berufungsverfahren erhielt Pharmatechnik nun erneut Recht. „Die Richter haben sich sehr intensiv mit unserer Sache auseinandergesetzt, sind aber zu der aus unserer Sicht falschen Einschätzung gelangt, dass das Verhalten von Pharmatechnik nicht unlauter ist“, erklärt Red-Medical-Geschäftsführer Jochen Brüggemann. „Es ist für uns nach wie vor nicht nachvollziehbar, warum von Pharmatechnik zwei der drei zertifizierten Konnektoren unterstützt werden, der von uns gelieferte aber nicht. Das vorgebrachte Argument der Lieferung aus einer Hand greift damit nicht mehr.“

Pharmatechnik-Chef Dr. Detlef Graessner zeigt sich erfreut über das Urteil. „Das Gericht hat bestätigt, dass wir nicht gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen“, so Graessner. Die Entscheidung sei wichtig für den Markt und werde auch Auswirkungen auf die geplante Cloud-Lösung haben.

Der Rechtsweg ist mit Ende des Berufungsverfahrens erschöpft. Nach Angaben von Brüggemann sind nun rund 50 Apotheken akut von der Entscheidung betroffen. „Den Kunden werden wir jetzt sagen müssen, dass es erst einmal so ist und sie jetzt mittel- bis langfristig gezwungen sind, Pharmetchnik-Konnektoren zu kaufen“, sagt er. Das Problem: Jene Kunden dürften schon die Erstattung für das Red-Medical-Angebot erhalten haben und müssten die neuen Konnektoren nun wohl aus eigener Tasche bezahlen. „Erstattung gibt es nur einmal, eine zweite sieht der Gesetzgeber nicht vor“, so Brüggemann. „Wir sind der Meinung, das ist ein schlechter Tag für die Apotheken. Wir werden aber weiter für die Apotheker kämpfen und versuchen, das Problem auf politischer Ebene zu lösen.“ Er wolle nun an die Gematik herantreten, die ja die Interoperabilität der Systeme vorschreibt. „Da muss man jetzt fragen, wie sie ihren Sicherstellungsauftrag versteht.“ Dahingehend kommt die Verschiebung der E-Rezept-Einführung Red Medical zugute: Sie gibt dem Unternehmen eine Galgenfrist, das Problem anderweitig für sich und seine Kunden zu klären.

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