Gematik: Dieses Jahr kein flächendeckender E-Rezept-Roll-out mehr

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Allerdings betont die Gematik, dass das anders als bisher von Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) befürchtet, nicht allzu viele Arztpraxen betreffen dürften: Der Marktanteil der von der KBV zertifizierten PVS liege mittlerweile bei mehr als 90 Prozent. „Die Zertifizierung ist Voraussetzung für den flächendeckenden Start des E-Rezepts“, so die Gematik. „Anbieter der Praxisverwaltungssysteme können dann entsprechende Updates für die von ihnen ausgestatteten Praxen bereitstellen.“

Bei den Apotheken sieht es ähnlich aus: Zwar zeigte sich zuletzt, dass scheinbar viele Warenwirtschaftssysteme Probleme bei der Erstellung von Abrechnungsdatensätzen hatten. Doch der Bundesverband Deutscher Apotheken-Softwarehäuser (Adas) und der Bundesverband Deutscher Apothekenrechenzentren (VDARZ) versicherten erst vor drei Wochen, dass bis Januar alle Systeme dazu in der Lage sein werden. Treffen all diese Beteuerungen zu, heißt das: Die allermeisten Apotheken werden im Januar ins kalte Wasser geworfen. Sie werden E-Rezepte empfangen und bedienen müssen, ohne vorher eine Eingewöhnungsphase zu haben – und sei sie nur vier Wochen lang.

„Das E-Rezept kommt ab dem 1. Januar nächsten Jahres“, meinte Lars Polap, Vorstand Adas und Geschäftsführer von Pharmtechnik, Anfang November. „Da nicht der Apotheker entscheidet, ob und wann ein Patient mit einem E-Rezept in seine Apotheke kommt, sondern Arzt und Patient, ist jede Apotheke gut beraten, sich jetzt auf das E-Rezept vorzubereiten – in aller Ruhe und Sorgfalt.“

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