„Wir bräuchten eine Notstands-PZN“

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Dass sie so eine große Resonanz auf ihren Facebook-Post erhält, hatte Özgen zuvor nicht erwartet. „Das habe ich am Samstag geschrieben, als ich frustriert war.“ Neben tausenden Likes, Shares, Kommentaren, Anrufen und Mails, die sie seitdem erhalten hat, freue sie vor allem, dass ihr von Ärzteseite viel Unterstützung entgegengebracht wird. „Es wird immer so dargestellt, als seien Ärzte und Apotheker gegeneinander, aber im Moment zeigt sich doch, dass wir im selben Boot sitzen!“

Allzu große Hoffnung, dass sich angesichts der Krise zeitnah etwas ändern könnte – dass Regularien wie Rabattverträge beispielsweise für einen bestimmten Zeitraum ausgesetzt werden – habe sie allerdings nicht. „Ich glaube nicht, dass sich die Krankenkassen da reinspielen lassen. Würde man mit gesundem Menschenverstand da rangehen, hätte man sowas wie den Preisanker ja gar nicht erst gemacht.“ Auch von Politik und Standesvertretung erwartet sie sich nicht mehr viel. „Die Kammer kümmert sich gar nicht um uns und auch die ABDA sieht man nicht. Friedemann Schmidt ist abgetaucht.“ Es sei längst an der Zeit gewesen, beklagt Özgen, dass Schmidt sich bei der Politik und in der Öffentlichkeit dafür einsetzt, dass den Apothekern Erleichterungen gemacht werden, damit sie ihrer Arbeit bestmöglich nachkommen können.

„Die Zeit, die wir am Telefon mit Kassen und Ärzten verschwenden, bräuchten wir eigentlich dafür, die Kunden über Corona aufzuklären. Dabei könnte es so viel einfacher sein. „Wir hätten so viele Möglichkeiten, wenn man uns den Freiraum geben würde“, klagt Özgen. „Wir könnten dem Gesundheitswesen noch viel mehr dienen, wenn es diese Hürden nicht gebe.“

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