Corona plus Influenza

Vollgas ins Impfstoff-Dilemma? Patrick Hollstein, 24.04.2020 11:16 Uhr

In den USA macht man sich über dieses Szenario bereits Gedanken. Dr. Robert Redfield. Direktor der Centers for Disease Control (CDC), sprach sich in dieser Woche dafür aus, die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung gegen Influenza dringend zu erhöhen, damit Ende des Jahres weniger Menschen in die Krankenhäuser kommen und mehr Kapazitäten für Covid-19-Patienten frei bleiben.

So weit scheint man in Deutschland noch nicht zu sein. Ende vergangenen Jahres hatten die Vorbestellungen begonnen, eigentlich sollte das Procedere bis Mitte Januar abgeschlossen sein. Doch die Hersteller haben die Frist mehrfach verlängert, bei Sanofi können sogar noch bis 30. April die bisherigen Bestellmengen erhöht werden. Das Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hamburg forderte die Ärzte Anfang April dazu auf, ihre bisher bestellte Menge an Grippeimpfstoffen für die Saison 2020/2021 „noch einmal kritisch“ zu prüfen. Das RKI habe darauf hingewiesen, dass nach Aussage der Impfstoffhersteller wohl noch nicht alle Arztpraxen bestellt hätten, und darum gebeten, hierüber zu informieren und um schnellstmögliche Bestellung zu bitten. Ziel sei es, die Inanspruchnahme von Ressourcen des Gesundheitssystems für impfpräventable Erkrankungen auf ein Minimum zu reduzieren.

Doch noch immer scheint die besondere Bedeutung der Grippeimpfung vor dem Hintergrund von Corona verkannt worden zu sein. Die KV Rheinland-Pfalz wies die Ärzte noch Mitte April an, nicht mehr als 95 Prozent des tatsächlichen Verbrauchs der Vorjahressaison zu bestellen. In Bayern gilt die Grenze von 100 Prozent, in anderen KV-Bezirken wie Thüringen wurden die Ärzte immerhin auf die vereinbarte Quote von 110 Prozent hingewiesen. Hintergrund ist die Sorge vor Wirtschaftlichkeitsprüfungen. Laut KV Rheinland-Pfalz sollten die Ärzte lieber die Nachfrage abwarten: „Sollte sich im Laufe der Saison 2020/2021 herausstellen, dass die Nachfrage nach Grippeschutzimpfungen höher ist als in der vergangenen Saison, können selbstverständlich Impfstoffe bedarfsgerecht nachbestellt werden.“

Das ist freilich problematisch, den schon in den vergangenen Jahren war kaum mehr Impfstoff zu beschaffen. Da die meisten Vakzine nach wie vor auf bebrüteten Hühnereiern hergestellt werden, brauchen die Hersteller bei der Produktion ausreichend Vorlauf. Danach geht es nur noch um Umverteilung. Beim Pneumokokken-Impfstoff konnte man dies vor wenigen Wochen sehen: Kurz nachdem das RKI Ende Februar den Corona-Risikogruppen die Impfung empohlen hatte, um eine Superinfektion zu vermeiden, war der Impfstoff ausverkauft. Per Notdekret konnten Dosen aus Japan importiert werden.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Coronavirus

Modellprojekt

Bundeswehr testet Diensthunde als Corona-Schnüffler»

Corona-Schutzmaßnahmen

Einzelhandel: Landespolitiker wollen Maskenpflicht abschaffen»

Suche nach Corona-Medikamenten

Kaletra gegen Covid-19: WHO stoppt Studie»
Markt

Schwesterfirma in Holland

30 Euro: Apo-Discounter wirbt für Rx-Bonus»

800.000 Neukunden 2020

Shop-Apotheke: An der Leistungsgrenze»

Generikakonzerne

Stada: OTC-Sparte firmiert um»
Politik

PDSG passiert Bundestag

eRezept kann kommen – DAV will Pilotprojekt ausweiten»

Bayer, Merck, Beiersdorf, Fresenius & Co

Pharmakonzerne boykottieren Facebook»

Flyer-Aktion kurz vor der Sommerpause

Boni-Verbot oder RxVV: Abda treibt Abgeordnete an»
Internationales

Führungswechsel

EMA: Pharmazeutin als neue Geschäftsführerin»

Risiko weiterhin hoch

Schweinepest: Fester Zaun geplant»

Veränderte Zusammensetzung

Levothyrox: Merck muss Schadenersatz zahlen»
Pharmazie

Pilz & Entzündung

Tabuthema: Fußpilz»

Verantwortungsbewusster Einsatz

Fosfomycin: Besser in Kombination»

Wenig Arztbesuche, schlechte Compliance

Migräne: Viele Patienten sind unterversorgt»
Panorama

Frau zieht im Verkaufsraum blank

Braunschweig: Popo-Diebin schlägt schon wieder zu»

Baldrian, Hopfen & Co.

Heilkräuterwanderung – gefragt wie nie»

12 Jahre Gefängnis für Pfusch-Apotheker

Zyto-Skandal: BGH weist Revision zurück – Urteil rechtskräftig»
Apothekenpraxis

Friedenspflicht bei Pseudoarztnummer

Entlassrezepte: 4444444 gilt nicht mehr»

Timo coacht

380°-Marketing. Out Of The Box is Over The Counter»

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Ärger NACH der Umbenennung»
PTA Live

Mehr Tragekomfort, weniger Beschwerden

Aromatipps für die Maske»

Diuretika, Antibiotika und Johanniskraut

Phototoxische Reaktionen der Haut»

PTA-Schule Paderborn trotzt Corona

Examen 2020: Überdurchschnittliche Ergebnisse»
Erkältungs-Tipps

Immunsystem stärken, Hygiene beachten

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Verbreitung von Krankheitserregern

Tipps zur Vermeidung von Schmier- und Tröpfcheninfektionen»

Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung

Infekte in der warmen Jahreszeit»
Magen-Darm & Co.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: Schubweises Leiden»

Besondere Ernährungsformen

Low-carb und Keto: Verzicht auf Kohlenhydrate»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Bluthochdruck, Diabetes & Co.

Chronische Erkrankungen in der Schwangerschaft»

Engmaschige Vorsorgemöglichkeiten

Risikoschwangerschaft: Von Fruchtwasseruntersuchung und iGeL»

Hygienemaßnahmen bieten Schutz

Covid-19 in der Stillzeit: Was ist zu beachten?»
Medizinisches Cannabis

Interview mit Michael Becker

Cannabis-Prüftipps vom Pharmazierat»

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»

Cannabispreisverordnung

Tilray: „Auch wir haben auf die Änderungen reagiert“»
HAUTsache gesund und schön

Isotretinoin, MTX & Co.

Hautpflege bei bestimmter Medikation»

Neue Kosmetikkonzepte

Hygiene in die Pflegeroutine integrieren»

Sommerzeit = Sonnenbrandzeit

Sonnenschutz: Mindestens LSF 30»