Stiko: Neue Impfintervalle, neue Risikogruppen

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Auch bei den Erkrankungen mit hohem und erhöhtem Risiko hat sich etwas getan. So wurde bei der letzten Empfehlung bei onkologischen Erkrankungen nicht weiter unterschieden. Nun richtet sich die Priorisierung des onkologischen Patienten nach der aktuellen Therapie: Tumorerkrankungen und maligne hämatologische Erkrankungen in chemotherapeutischer oder strahlenmedizinischer Behandlung werden als Erkrankung mit hohem Risiko eingestuft – die Betroffenen sind in der dritten Stufe des Stufenplans zur Priorisierung. In der vierten Stufe finden sich Personen mit Krebserkrankungen in behandlungsfreier Remission.

Auch einzelne psychiatrische Erkrankungen wie bipolare Störungen, Schizophrenie und schwere Depressionen gelten als Erkrankungen mit hohem Risiko. Enge Kontaktpersonen von Schwangeren gehören weiterhin zur dritten Stufe. Die Schwangeren selber sollen weiterhin nicht geimpft werden. Bei bestehenden Grunderkrankungen, die einen schweren Covid-19-Verlauf vermuten lassen, soll jedoch im Einzelfall eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung durchgeführt werden. Die Stiko geht aktuell nicht davon aus, dass die Impfstoffe schädlichen Einfluss auf das Ungeborene haben. Entsprechend betonen die Experten, dass eine Impfung während einer Schwangerschaft keinen Grund zum Schwangerschaftsabbruch darstellt.

Wer Corona hatte, wird trotzdem geimpft

Neuerungen gibt es auch bei den Impfempfehlungen für bereits Infizierte. In der letzten Fassung wies die Stiko darauf hin, dass alle Personen, die bereits eine natürliche Sars-CoV-2-Infektion durchlaufen haben, vorerst nicht geimpft werden sollen. Von dieser Erkenntnis weicht man nun ab. Eine Impfung soll trotz möglicherweise bestehender Immunantwort erfolgen, allerdings erst sechs Monate nach Genesung. Gleiches gilt für Menschen, die sich nach der ersten Impfdosis mit Corona infizieren.

 

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