Krisenmanagement

Coronavirus: Spahn schaltet Zeitungsanzeigen

, Uhr

Laut Virologe Professor Dr. Christian Drosten von der Berliner Charité liegt die Sterblichkeit einer Corona-Infektion bei 0,3 bis 0,7 Prozent. Das sei niedriger als bei einer Grippeinfektion: „Worüber sorgen wir uns eigentlich?“, so Drosten. In den sozialen Medien beobachte er „viel Drama“. Er sehe dafür keinen Grund. Mit 5 bis 10 Prozent liege die sekundäre Attackrate des Corona-Virus unterhalb einer Influenza. Berichte über eine Mehrfachinfektion einer japanischen Patientin wollte RKI-Präsident Wieler nicht bestätigen. Die Frage der Immunität gegen eine erneute Infektion lasse sich noch nicht beantworten.

Laut Drosten hängen die gesellschaftlichen Konsequenzen der Corona-Infektion insbesondere von der Geschwindigkeit der Ausbreitung ab. Es mache einen Unterschied, ob die Zahlen sprunghaft stiegen oder nach und nach. „Das Tempo der Ausbreitung ist nur ganz schwer abzuschätzen“, so Drosten. Viele milde Krankheitsverläufe wie zur Zeit seien kein Problem. Laut Spahn setzt die Corona-Welle das Gesundheitssystem „unter Stress“. Alles hänge davon ab, wie schnell das Virus sich verbreite. Einig waren sich die Experten, dass die Gesundheitsämter von Städten und Gemeinden gut auf die Situation vorbereitet sind. Es bestehe auch kein Grund, vorschnell Veranstaltungen abzusagen. In jedem Fall sei eine Risikoeinschätzung nach den RKI-Kriterien sinnvoll.

Laut Spahn ist auch keine pauschale Aussage zu kompletten Firmenschließungen zu treffen. Jedes Unternehmen müsse einen Pandemieplan haben und ihre Lage individuell bewerten. Das Bundeswirtschaftsministerium und Bundesfinanzministerium befassen sich laut Spahn mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise unter anderem mit der Frage, ob ein Entschädigungsfonds eingerichtet wird. Erfolgt eine Absage aufgrund einer behördlichen Anordnung, „übernimmt die öffentliche Hand die Kosten“, erklärte der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, René Gottschalk.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
Lauterbach will vorsorgen
G7 schließen Pandemiepakt »
„Patienten in bestimmten Situationen irrational“
Biosimilar-Austausch: Hecken will Bedenken akzeptieren »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Umlautprobleme und Botendienstsorge
E-Rezept: Vor- und Nachteile in der Praxis»
Ärzt:innen warnen vor Zwangseinführung
KV Hessen: Resolution gegen das E-Rezept»
Neues Angebot für die Schweiz
Weleda will Rezepturen herstellen»
Dynamischer Energiekostenbeitrag
Sanacorp: Gebühr je nach Dieselpreis»
Umbruch beim Großhändler
AEP: Die zweite Reihe geht»
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
Großhandelskonditionen auf einen Blick»
Pharmazeutische Dienstleistungen
PharmDL: Warten auf den Schiedsspruch»
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»