Schützen OP-Masken auch den Träger?

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Die durchgeführte Metaanalyse umfasst insgesamt 29 Studien. Dabei wurden Maskenträger mit Personen verglichen, die keinen Mund-Nasen-Schutz trugen. „Wenn es einen nachgewiesenen Infizierten gab, bestimmten die Forscher, wie viele andere Mitglieder des Haushalts sich angesteckt hatten, und verglichen die Haushalte mit und ohne Maskengebrauch. In anderen Studien wurden Infizierte im Nachhinein befragt, ob sie eine Maske getragen hatten."

Randomisierte Studien kaum umsetzbar

Zwar seien die Ergebnisse der Untersuchung kein endgültiger Beweis, da es sich nicht um randomisierte Studien handle, allerdings gehen die Forscher dennoch davon aus, dass OP-Masken auch den Träger gut vor einer Tröpfcheninfektion bewahren können. Denn die ermittelte 80-prozentige Risikoreduktion sei über die verschiedenen Studien relativ konstant gewesen. „Nur nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin reicht das, auch wegen anderer Schwächen der Studien, eben nicht, um von mittlerer oder hoher Sicherheit zu sprechen.“

Einen endgültigen Beweis mithilfe von randomisierten Studien zu liefern sei kaum möglich, erklärt Schünemann. Denn dazu müssten sich beispielsweise einzelne Bezirke oder Städte bereiterklären keine Maske zu tragen, um sie mit anderen maskentragenden Bezirken oder Städten zu vergleichen. Ein solches Vorgehen sei jedoch kaum durchsetzbar: Es sei weder realistisch, dass sich in der einen Gruppe alle Menschen dazu überreden lassen, eine Maske zu tragen, noch sei zu erwarten, dass in der anderen alle bereit sind, keine zu tragen, erklärt er. „Aber wir haben mit den Jahren festgestellt: Wenn keine randomisierten Studien da sind, müssen wir uns eben die nicht randomisierten anschauen und dann genau beschreiben, wie sehr wir diesen Arbeiten vertrauen."

 

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