Kaum Antikörper vorhanden

Sars-CoV-2: Wo bleibt die Herdenimmunität?

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„Obwohl das Coronavirus Spanien besonders hart getroffen hat, sind die Prävelenzschätzungen niedrig und eindeutig nicht ausreichend, dass eine Herdenimmunität erreicht wird", erklären die Autoren der Studie. Daher seien für die künftige Bekämpfung der Pandemie Maßnahmen wie Abstandhalten, sowie das Identifizieren und Isolieren neuer Fälle unerlässlich. Kürzlich mussten in Spanien aufgrund eines starken Anstiegs der Erkrankungszahlen erneut zwei Provinzen abgeriegelt werden. Zuvor waren die Schutzmaßnahmen landesweit gelockert worden.

Untersuchungen liefern ernüchternde Zahlen

Danny Altman, Sprecher der Britischen Gesellschaft für Immunologie bezeichnete die spanische Studie gegenüber BBC als „ernüchternd". Die daraus gewonnenen Erkenntnisse würden die Annahme bestätigen, dass es die Welt mit einer tödlichen Infektion zu tun habe, die nur eine kurzzeitige Immunität nach sich ziehe. Die Herausforderung bestehe nun darin, die besten Impfstrategien zu identifizieren, mit denen diese Probleme überwunden und somit eine anhaltende und optimale Immunantwort stimuliert werden könne.

Auch andere Studien zeigten bereits ähnliche Ergebnisse: Im österreichischen Ischgl, einem der Corona-Hotspots, war ein großer Teil der Bevölkerung mit dem Coronavirus infiziert – dennoch gibt es auch hier keine Herdenimmunität. Rund 80 Prozent der Ischgler Bevölkerung nahmen an der Studie teil. 1473 Probanden waren zwischen 21. und 27. April untersucht worden. Nach Angaben der Medizinischen Universität Innsbruck haben nur 42,4 Prozent der in einer umfassenden Studie untersuchten Bürger Antikörper auf das Coronavirus entwickelt.

Auffällig sei, dass von den positiv auf Antikörper getesteten Personen zuvor nur 15 Prozent die Diagnose erhalten hatten, infiziert zu sein, erklärte die Direktorin des Instituts für Virologie, Dorothee von Laer. „85 Prozent derjenigen, die die Infektion durchgemacht haben, haben das unbemerkt durchgemacht.“ Trotz des hohen Antikörper-Werts sei auch in Ischgl keine Herden-Immunität erreicht. Entscheidend für den Rückgang der Fälle seien die Quarantäne und die soziale Distanz gewesen, hieß es.

 

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