Virus-RNA

Sars-CoV-2 in Muttermilch nachgewiesen dpa, 22.05.2020 15:50 Uhr

Die später erkrankte Mutter hatte beim Umgang mit ihrem Kind einen Mund-Nasen Schutz getragen und Hände und Brüste desinfiziert. Zudem sterilisierte sie regelmäßig die Utensilien für das Stillen. Es bleibe unklar, ob sich das Baby tatsächlich beim Stillen infizierte, betonen die Forscher. „Unsere Studie zeigt, dass Sars-CoV-2 bei stillenden Frauen mit akuter Infektion in der Muttermilch nachweisbar sein kann. Aber wir wissen noch nicht, wie oft dies der Fall ist, ob die Viren in der Milch auch infektiös sind und durch das Stillen auf den Säugling übertragen werden können.“ Typischerweise wird das Virus über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch weitergegeben.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bisher keinen Nachweis des neuen Coronavirus in Muttermilch verzeichnet. „Es gibt keinen Grund, das Stillen zu vermeiden oder zu beenden“, heißt es dazu in den Empfehlungen auf der Homepage der Organisation.

Frauen, die an Covid-19 erkrankt sind, können nach aktuellem Kenntnisstand auch auf natürliche Weise gebären, ohne ihren Nachwuchs zu gefährden. Bisher gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass eine vaginale Geburt ein erhöhtes Infektionsrisiko birgt. In einer kleinen chinesischen Fallstudie wurden 20 Covid-19 positive schwangere Frauen untersucht. In keinem Fall war das Neugeborene nach der Geburt mit dem Virus infiziert. Darüber hinaus wurden keine Auffälligkeiten bei der Mutter oder dem Kind festgestellt.

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