Parodontitis als Risikofaktor

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Besonderes Risiko bei Beatmung

Je schlechter die Mundgesundheit, desto höher das Risiko einer Keimverschleppung bei künstlicher Beatmung. Der Studienautor Mariano Sanz hält fest, dass orale Bakterien durch die Beatmungsgeräte bis in die Lunge gelangen können, also pulmonal aufgenommen werden: „Dies kann zur Verschlechterung von Patienten mit Covid-19 beitragen und das Todesrisiko erhöhen.“ Nach seiner Empfehlung sollten die Patienten regelmäßig mit antiseptischen Lösungen versorgt werden. Die Mundhygiene muss bei dieser Patientengruppe besonders sorgfältig durchgeführt werden. Durch regelmäßiges Desinfizieren des Zahnfleisches könnte eine Keimverschleppung minimiert werden.

Auch die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie, Professor Dr. Bettina Dannewitz, betont die Notwendigkeit einer guten Mund- und Zahnhygiene: „Die Feststellung und Aufrechterhaltung der parodontalen Gesundheit kann ein wichtiger Bestandteil der Versorgung von Covid-19-Patienten werden. Mundpflege sollte Teil der Gesundheitsempfehlungen sein, um das Risiko für schwere Covid-19-Ergebnisse zu verringern. Daher sollten regelmäßige zahnärztliche Kontrollen auch und besonders in der Pandemiesituation durch die Patienten in Anspruch genommen werden, um so vermeidbare Risikofaktoren für einen schweren Covid-Verlauf zu verhindern.“

Bereits des Öfteren wurde die Wirksamkeit von desinfizieren Mundspüllösungen im Kampf gegen Corona diskutiert. Dass die Außenhülle der Viren empfindlich gegenüber verschiedenen Alkoholen ist, ist bereits bekannt. Alkoholhaltige Lösungen können das Virus demnach abtöten. Ein Nachteil dieser Lösungen: Sie brennen im Mundraum. Andere desinfizierende Inhaltsstoffe wie Chlorhexidin oder Octenidin können schmerzfrei, auch bei wundem Zahnfleisch, angewendet werden. In Untersuchungen zeigten auch Dequaliniumchlorid, Benzalkoniumchlorid und Povidon-Iod eine Wirksamkeit gegen Sars-CoV-2. Welcher Wirkstoff beim intensivmedizinisch betreuten Patienten zum Einsatz kommt, hängt letztlich auch mit Begleiterkrankungen zusammen.

 

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