„Wir werden Inzidenzen von deutlich über 1000 bekommen“

Omikron: Vor allem Städte betroffen

, Uhr

Letztlich sei aber nicht nur für die Städte klar: „Die Wand kommt verzögert, aber sie kommt.“ Anfangs, bei kleineren Fallzahlen, lasse sich die Entwicklung kaum voraussagen – wie bei einem kleinen, immer mal aufflackernden und wieder nachlassenden Feuer. Ab einem bestimmten Punkt aber gehe es nur noch steil bergauf, sagte Brockmann. „Wenn es einmal lodert, dann lodert's.“

Ungeimpfte „für Omikron wie ein Elfmeter ohne Torwart“

DGfI-Präsidentin Falk hofft, dass die Menschen weiter mit großer Vorsicht agieren und sich die Wand zumindest zur Welle reduzieren lässt. „Wir haben Omikron besser unter Kontrolle als andere, es ist machbar, dass uns die Zahlen nicht so sehr entgleiten wie anderen Ländern.“ Im öffentlichen Raum eine FFP2-Maske zu tragen, sei eine der wirksamen Maßnahmen dafür. „Wir werden Inzidenzen von deutlich über 1000 bekommen – im Bundesdurchschnitt, regional auch deutlich darüber“, ist Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, überzeugt. „Im Februar könnte der Höchststand erreicht sein.“ Das ist noch viel zu weit weg vom Frühling, als dass der saisonale Rückgang einen mildernden Effekt bringen könnte.

„Der einzige Vorteil der verzögerten Omikron Welle bei uns ist, dass wir mehr Zeit für die Impfungen haben“, erklärte Watzl. Denn auch wenn die Impfquote für die Ausbreitung nicht entscheidend ist – für die Belastung der Kliniken ist sie das. „Wenn Omikron auch bei uns zu 70 Prozent weniger Krankenhauseinweisungen im Vergleich zu Delta führen würde, hätten wir bei einer Inzidenz von 1500 wieder die gleiche Belastung wie bei der vierten Welle.“

Derzeit baut sich die Wand regional – in Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg etwa – schon „sehr schnell und sichtbar auf“, wie Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen sagte. Auch bundesweit gebe es mit dem rasanten Anstieg der 7-Tage-Inzidenz „vielleicht keine Wand, die plötzlich da ist, aber doch eine steile Welle“. Die kommenden 10 Tage – auch mit dem Schulanfang in vielen Bundesländern – werden seiner Meinung nach zeigen, ob ähnliche Höchststände wie in anderen Ländern drohen. Für noch nicht geimpfte Menschen werde es zunehmend eng, betonte Falke. „Sie sind für Omikron wie ein Elfmeter ohne Torwart.“

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Umlautprobleme und Botendienstsorge
E-Rezept: Vor- und Nachteile in der Praxis»
Ärzt:innen warnen vor Zwangseinführung
KV Hessen: Resolution gegen das E-Rezept»
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»