Zusätzlicher Schutz

MMR-Impfung gegen Covid-19 Alexandra Negt, 30.06.2020 14:38 Uhr

Ähnlichkeit zu Röteln

Interessant seien die strukturellen Ähnlichkeiten zwischen Sars-CoV-2 und dem Röteln-Virus, so Wissenschaftler der Universität Cambridge. Die Makrodomänen von beiden Pathogenen weisen eine Aminosäuresequenzidentität von 29 Prozent auf. Weiterhin fand das Team bei Covid-19-Patienten einen erhöhten Röteln-IgG-Spiegel. Diese Hypothese soll auch klären, weshalb Kinder meist nur milde Verläufe erleiden. Sie nehmen an, dass ihre häufigere Exposition gegenüber abgeschwächten Lebendimpfstoffen, die zur Induktion von myeloider Suppressorzellen führen, Entzündungen durch Infektionen begrenzen und damit das Risiko für einen schweren Verlauf reduzieren.

Kombination sinnvoll

Das RKI sieht in der Verwendung von Kombinationsimpfstoffen deutliche Vorteile, da die Anzahl der notwendigen Einzelimpfungen reduziert wird. Zwei Impfungen mit einem MMR-Impfstoff schützen demnach gleichzeitig vor drei Erkrankungen, für die ansonsten sechs Impfungen nötig gewesen wären. Mögliche Nebenwirkungen reduzieren sich aufgrund der minimierten Impfanzahl ebenfalls. Weniger Impfungen bedeuten auch eine geringere Schmerzbelastung für die Kinder und einen geringeren zeitlichen Aufwand für Eltern und Ärzte. Die Verwendung von Kombinationsimpfstoffen wird seitens der Ständigen Impfkommission (Stiko) ausdrücklich empfohlen. Neben der Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) gibt es auch eine Vierfachimpfung, diese schützt zusätzlich gegen Windpocken (MMRV).

Impfpflicht willkommen

Das Thema Impfen rückt aufgrund der Corona-Pandemie neu in den Fokus. Zahlreiche Unternehmen forschen seit Wochen an einem möglichen Impfstoffkandidaten. Um im kommenden Jahr ausreichende Mengen zu Verfügung zu haben, ist es laut den Herstellern wichtig, dass mehr als eine Vakzine auf den Markt kommt. Die Auswertung des Stada „Health Report 2020“ zeigt, 83 Prozent der deutschen Bevölkerung würden eine Impfpflicht begrüßen. Insbesondere das Thema Masern ist bei den Bürgern präsent. Aufgrund der Bedeutung und möglichen Folgen einer Masern-Erkrankung wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Region Europa die Elimination der Masern bei Neugeborenen bis zum Jahr 2015 beschlossen. Diesem Ziel hat sich auch Deutschland mit dem „Interventionsprogramm Masern, Mumps, Röteln“ angeschlossen. Oberstes Ziel: Die Erhöhung der MMR-Impfraten auf über 95 Prozent. Damit könnte die jährliche Inzidenz auf unter einen Fall pro eine Million Einwohner gesenkt werden, so das RKI.

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