Mediziner: Vorsicht bei Antigen-Schnelltests

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Die Münchner stehen mit ihren Ergebnissen nicht allein. So wurden in der Notaufnahme des Stuttgarter Katharinenhospitals 459 Patienten mit zwei verschiedenen Verfahren getestet. Auch hier war die Zuverlässigkeit der Antigen-Schnelltests deutlich schlechter als die der PCR-Verfahren, insbesondere bei Patienten ohne Symptome. Antigen-Schnelltests könnten zumeist „hochinfektiöse Menschen mit hohen Viruslasten“ erkennen, erläutert Keppler. „Es ist jedoch nicht so, dass eine Infektion durch das negative Ergebnis eines Schnelltests zuverlässig ausgeschlossen werden könnte. Bei weitem nicht.“

Daher warnt der Mediziner: „Ein negativer Antigen-Schnelltest ist kein Freifahrtschein. Viele Menschen denken bei einem negativen Ergebnis: „Naja, dann muss ich ja nicht mehr so konsequent auf Abstand achten oder die lästige Maske tragen.“ Wenn die Vorsicht in Hochrisikobereichen wie Alten- und Pflegeheimen nachlässt, halten wir das, wie in unserem Positionspapier dargestellt, für wirklich kritisch.“ Die Hersteller dürften mit ihren eigenen Angaben zur Testqualität werben, beklagt Keppler. „Das gleicht einer Fehlinformation. Wir haben in den letzten Wochen Ausbruchsszenarien gesehen, bei denen wahrscheinlich falsche Ergebnisse von Antigen-Schnelltests eine entscheidende Rolle für den Eintrag des Virus gespielt haben.“

 

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