Impfung ab 12 Jahren: Pro und Contra

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Ärzte impfen auch ohne Stiko-Empfehlung

Ein Abwägen der Vor- und Nachteile müsse bei jeder Impfung erfolgen. Am Ende müsste man auch nochmal festhalten, dass die Studie, auf der die Zulassungserweiterung beruht, mit 3000 Proband:innen eine eher geringe Größe aufweise. „Seltene unerwünschte Ereignisse lassen sich hier kaum entdecken.“ Doch die Mediziner stellen auch klar, dass es nicht zwangsläufig eine Stiko-Empfehlung braucht. Als Beispiel wird die Rota-Impfung genannt. Seit 2006 stehen hier geeignete Impfstoffe in Form einer Schluckimpfung zur Verfügung. Kinderärzt:innen empfahlen Eltern nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung bereits vor der Stiko-Empfehlung die Durchführung. Mittlerweile empfiehlt die Stiko die Impfung. „Für Kinderärzte ist diese Abwägung Normalität“, betont Omran.

Natürlich wollen die Ärzt:innen durch eine schnelle flächendeckende Impfung den Anstieg der durchgeführten Impfungen von 40 und 70 Prozent zügig erreichen. Doch solange der Impfstoff begrenzt ist, bedeutet es auch nach der Impfpriorisierung, dass nicht einfach „wild drauf losgeimpft wird“. Für eine Impfpflicht bei Kindern ist die Ärztekammer nicht. Dass beispielsweise der Präsenzunterricht nur dann wieder aufgenommen werden kann, wenn sich alle impfen lassen, sei „so locker ausgedrückt nicht korrekt“.

Die Stiko kündigte bereits vor der Zulassungserweiterung an, dass es keine überstürzte Empfehlung geben werde. „Wir wollen in jedem Fall die Daten zur Impfung von Kindern genau prüfen, bevor eine generelle Impfempfehlung für Kinder gegeben werden kann“, so Stiko Chef Professor Dr. Thomas Mertens. Argumente wie Urlaub könnten nicht die primären entscheidungsrelevanten Argumente der Stiko sein. Mitte Mai sprach sich Mertens für eine priorisierte Impfung von vorerkrankten Kindern aus. Nun ist ein Beschlussentwurf zu Corona-Kinderimpfungen an Länder und Fachgesellschaften verschickt worden – eine Impfempfehlung für gesunde Kinder ist nicht enthalten.

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