Corona-Impfstoffe aus zweifelhaften Quellen

„Geisterimpfstoffe“: Graumarkt-Angebote auch in Deutschland

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Laut Bild sieht es in einigen Fällen tatsächlich danach aus, dass die Impfstoffe aus Produktionsstätten des Herstellers in Großbritannien stammen. Angeblich seien sie Teil von Kontingenten die an Investoren gingen. Aus dem Angebot, das der Zeitung vorliegt, gehe hervor, dass die Anbieter eine Mindestbestellmenge von einer Million Dosen verlangen und das Kaufinteresse schriftlich mit Autorisierung der Regierung oder des zuständigen Ministeriums inklusive einer Banksicherheit erfolgen müsse. Die Lieferungen könnten demnach in Teilmengen erfolgen, jedoch sicher im Februar und März 2021. Als Sicherheit sollen die Kaufinteressenten vom Hersteller vorab Chargennummern und Haltbarkeitsdatum erfahren. Ein Preis werde in dem Angebot nicht genannt.

In der vergangenen Woche hatte Bild berichtet, dass Corona-Impfstoffe auf dem Graumarkt unter anderem in Italien angeboten worden seien, illegal exportiert von Fabriken in Indien, die ihn in Lizenz herstellten. Demnach hatte der Regionalpräsident von Venetien, Luca Zaia (52, Lega), offenes Kaufinteresse signalisiert. Nach eigener Darstellung waren Zaia von zwei Anbietern insgesamt 27 Millionen Dosen Biontech-Impfstoff angeboten worden, darunter auch von einem Vermittler, der vergangenes Frühjahr Schutz-Ausrüstung und Beatmungsgeräte geliefert habe. Zaia bemühe sich bisher vergebens um eine Genehmigung für den Deal aus Rom.

Laut Bericht hatten auch die Lombardei und Emilia Romagna bestätigt, dass sie Angebote vom Graumarkt bekommen hätten. Zweifel gebe es aber an der kolportierten Menge, die weder ohne Weiteres zu beschaffen noch unter den extremen Bedingungen zu transportieren sei. Außerdem habe das Gesundheitsministerium Bedenken angemeldet, dass der Impfstoff noch den Anforderungen genüge. Auch in Tschechien sei es zu ähnlichen Vorkommnissen gekommen. So habe der tschechische Regierungschef Andrej Babiš (66) behauptet, dass er und drei weitere Regierungschefs der EU Angebote für zusätzlichen AstraZeneca-Impfstoff erhalten hätten, unter anderem aus Dubai.

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