Covid-19: Pneumologen empfehlen Dexamethason

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Bei Covid-Patienten mit nicht klar definierter respiratorischer Insuffizienz müsse im Einzelfall über die Steroid-Therapie entschieden werden. Dazu müssten beispielsweise Komorbiditäten, die Atemfrequenz, CT-Aufnahmen und weitere medizinische Parameter eingeschlossen werden. Keine Änderung gibt es von den Pneumologen in Bezug auf die Indikation zur Dexamethason-Therapie bei Covid-Patienten, die zusätzlich eine exazerbierte obstruktive Atemwegs­erkrankung aufweisen oder einen therapierefraktären septischen Schock entwickeln – hier besteht die Empfehlung weiterhin.

Dexamethason überzeugt

Auch weitere Gesellschaften haben kürzlich ihre Empfehlungen angepasst: So empfehlen beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensiv­medi­zin und Notfallmedizin und die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Inten­siv- und Notfallmedizin ebenfalls den Einsatz von Dexamethason bei beatmungspflichtigen Covid-Patienten. Auch die Weltgesundheitsorganisation unterstützt die Therapie: Sie sieht in den Ergebnissen einen Durchbruch im Kampf gegen die Krankheit – nicht zuletzt weil es sich bei dem Glucocorticoid um einen Wirkstoff mit bekanntem Nebenwirkungsprofil handelt.

Dexamethason ist ein synthetisch hergestelltes Glucocorticoid, das entzündungshemmend und immunsuppressiv wirkt. In der Medizin gilt der Wirkstoff als Allrounder und kann bei unterschiedlichsten Erkrankungen die Beschwerden lindern. Neben Tabletten und flüssigen Zubereitungen zur intravenösen Gabe sind auch Augen- sowie Ohrentropfen und Dermatika auf dem Markt. Dexamethason gehört zu den lang wirksamen Glukokortikoiden: Die Wirkstärke ist rund 30-mal größer als die der körpereigenen Glucocorticoide. Dexamethason kann – bei dauerhafter und hochdosierter Einnahme – zu den typischen Kortison-Nebenwirkungen führen. Hierzu gehören Osteoporose, Hypertonie, Muskelatrophie, Depressionen, Stammfettsucht und Hirsutismus.

 

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